METALLICA - RE-LOAD

| Label: | BLACKENED RECORDINGS |
| Jahr: | 2026/1997 |
| Running Time: | 195:00 |
| Kategorie: |
Re-Release |
1996 veröffentlichten Metallica das Album „Load“, ein Release, das alle Grenzen sprengte, aber auch für viele den Untergang der Band bedeutete. Nicht ganz zu Unrecht, denn aus den Begründern des Bay Area Thrash Metal war eine normale Radio Rockband mit harmlosen Songs, Kurzhaarfrisuren und Eyeliner-Trägern geworden. Ursprünglich wollten sie eine Doppel-CD veröffentlichen, doch die Plattenfirma riet ihnen, lieber zwei separate CDs daraus zu machen. Somit war aber auch von vornherein klar, dass die Leute, die mit „Load“ schon nichts anfangen konnten, bei der Resterampe-Ansammlung „Re-Load“ natürlich ebenfalls in die Röhre gucken würden. Ich bin ehrlich: Ich fand die Veröffentlichungen damals Kacke, und ich finde auch, dass nach dreißig Jahren hier nichts über die Jahre hinweg „gereift“ ist. „Load“ und „Re-Load“ enthalten nach wie vor das schwächste Songmaterial der Truppe bis heute.
Während auf „Load“ immerhin noch sechs gute Songs waren, es aber viele Höhen und Tiefen gab, sind es auf „Re-Load“ vielleicht noch drei gute Tracks, das Werk hält aber in sich eher ein Niveau (wenn auch kein hohes). Den stampfenden Opener „Fuel“ finde ich sogar noch richtig geil, aber danach mache ich schon Abstriche. Bei „The Memory Remains“ hat mich - damals wie heute – immer schon der „Lalala“-Gesang von Marianne Faithfull im Refrain genervt. Und natürlich kam auch „The Unforgiven II“ niemals auch nur ansatzweise an den ersten Teil ran. Dann auch noch so dämliche Schreibweisen der Songtitel wie bei „Fixxxer“... Auch heute frage ich mich immer noch: Was haben sich Metallica nur dabei gedacht? Trotzdem gibt es hier mal wieder eine Neuauflage mit massig Bonusmaterial für den ohnehin schon finanziell gebeutelten Sammler. Ob sich das lohnt? Ja und nein.
CD 1 enthält das bekannte Opus in remasterter Form (wobei es damals auch schon sehr gut produziert war!). CD 2 macht eigentlich wenig Sinn und ist echt nur für Hartgesottene geeignet. Denn hier gibt es neben ein paar Demos und Rough Mixes fast nur Fragmente zu hören: Songideen, die noch nicht ausgereift waren, Outtakes von nur einem Riff oder einem Refrain, lose Gesangsmelodien, Intros et cetera. Einen Spielfluss für den Hörgenuss gibt es hier nicht. Anders sieht das wiederum bei CD 3 aus, die dreizehn Live-Aufnahmen aus den Jahren 1997 und 1998 enthalten. Denn wer, zum Beispiel 1996 in Dortmund, auf der Tour war, der weiß, dass Metallica live immer noch geliefert haben, selbst wenn der Großteil hier tatsächlich aus neuen Nummern besteht. Für leidenschaftliche Sammler sieht die Box natürlich geil aus. Es gibt auch mehrere Fassungen, unter anderem mit drei LPs. Aber komplett durchhören wird man sie wahrscheinlich selten. Meiner Meinung nach muss man sich nicht jeden Re-Release mit guter Aufmachung kaufen...
Note: 3 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller











































