JÄST - JÄSTIFIED


Label:HUMBUCKER MUSIC
Jahr:2026
Running Time:41:55
Kategorie: Neuerscheinung
 

Der Name Axel Ritt ist in der Hard-Rock-Szene wahrlich ein Begriff. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich den Gitarristen das erste Mal live im Vorprogramm von Dokken erleben durfte – das müsste 2003 gewesen sein, damals noch mit seiner Band Domain. Dass Axel es auf der sechs-saitigen Klampfe absolut drauf hat, steht völlig außer Diskussion. Nicht ohne Grund verpflichtete ihn Chris Boltendahl, der Chef von Grave Digger, nur kurze Zeit später. Bei den Heavy-Metal-Urgesteinen war er schließlich bis vor wenigen Jahren eine feste und prägende Größe an der Axt. Nun hat Axel eine neue Band am Start: Jäst. Der Name setzt sich clever aus den Anfangsbuchstaben der vier beteiligten Musiker zusammen. Für das „Ä“ steht dabei Axel selbst – die Umlaut-Pünktchen hat er sich wohl als charmante Hommage an jene Bands der 80er Jahre aufgesetzt, die das damals schon mit Vorliebe taten (man denke an Mötley Crüe oder Motörhead).

Besonders hervorzuheben ist hierbei die Sängerin Jessica Conte. Jessica segnet das Projekt mit einer absoluten Wahnsinnsstimme. Sie ist ohnehin als Live-Sängerin in vielen Projekten aktiv, erweist sich hier aber als der perfekte Sidekick für Axel. Zusammen haben die beiden ein Album auf die Beine gestellt, das sich absolut hören lassen kann und definitiv ein Highlight im Veröffentlichungsjahr 2026 darstellt. Mit im Boot sitzt unter anderem auch Timmi Breideband am Schlagzeug. Timmi, der damals noch in sehr jungen Jahren einige Zeit bei Bonfire trommelte (das müsste so im Zeitraum zwischen 2016 und 2019/2020 gewesen sein, bevor er von André Hilgers abgelöst wurde), ist in der Szene bekannt für sein extrem energetisches Drumming. Er bringt genau den richtigen Druck hinter die Nummern. Stilistisch bewegt sich der Vierer gekonnt im Fahrwasser des Achtziger Melodic-Hardrock.

Der Release legt direkt stark los: "Heartlife" eröffnet die Platte dynamisch. „Kiss Yourself Goodbye" folgt auf dem Fuße. Beide Tracks beweisen auf Anhieb signifikante und erstklassige Songwriter-Qualitäten – was man von einem Kaliber wie Axel „Iron Finger“ Ritt aber ehrlich gesagt auch nicht anders erwartet hätte. Als besonderes Schmankerl präsentieren Jäst noch ‘Like The Way I Do' von Melissa Etheridge in einer eigenwilligen, originellen Heavy-Rock-Version. Man kann nur hoffen, dass es mit dieser Truppe weitergeht und bald auch Live-Aktivitäten folgen.

Natürlich ist das im heutigen Musikgeschäft aus logistischen und terminlichen Gründen oft mit aufwendigen Maßnahmen verbunden und nicht immer leicht umzusetzen, zu wünschen wäre es dem Quartett aber allemal. Fazit: Alles in allem ist das Debütalbum eine fantastische Sache geworden. Für mich ein echtes Brett, das eine hohe Punktzahl verdient.

Note: 9.5 von 10 Punkten
Autor: Stephan Georg


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