DEGREED - CURTAIN CALLS


Label:FRONTIERS
Jahr:2026
Running Time:38:53
Kategorie: Neuerscheinung
 

Es gibt so Bands, denen man beim Hören ihrer Alben Kompetenz, Musikalität und Eingängigkeit anerkennt und die dennoch danach wieder mehr oder weniger in Vergessenheit geraten, da keine Nachhaltigkeit entstanden ist. So geht es mir beispielsweise beim neuen Album „Curtain Calls“ der schwedischen Melodic-Rocker Degreed. Dabei haben die Jungs schon seit 2010 eine ganze Reihe von Releases herausgebracht, das neue soll wie so oft das bisher beste Werk darstellen. Ja, und die zehn Songs klingen ja auch wohlig im Ohr. So startet die Formation mit „One Helluva Ride“ flott und rockig, der recht ruhige Gesang von Robin Eriksson kommt melodiös, so auch der Refrain. Orgel und Keyboards im Background gehören natürlich zum guten Ton und die tollen Riffs von Daniel Johansson führen den Opener beinahe hin zum Melodic Metal. Rauerer Gesang und ein Move hin zum AOR bietet danach „Holding On To Yesterday“. Starke Melodien, aber auch rockige Momente prägen eines der Hightlights des Silberlings.

Entspannter und ruhiger driften Degreed aber mit „Believe“ in den klassischen Melodic Rock skandinavischer Prägung ab. Nach Akustik-Gitarren-Intro setzt „Guiding Light“ auf schnellere Gangart inklusive eines wirbeligen Keyboardsoli. Langsam, balladesk dagegen schreit „My Blood“ mehr nach Frauenquote. Nach dem recht harten Smasher „Curtain Calls“ folgt das wohl überraschendste Stück mit „The Rambler“. Country–folkige Vibes und Fröhlichkeit lassen sicherlich etwaige Asphalt-Cowboys aufhorchen.  Bombast und in meinen Ohren überzogener Sound liefert der Stampfer „Matter Of The Heart“, der mitunter bereits recht poppig ausfällt. Auch „Broken Dreams“ möchte wohl eher den Radiohörer abholen, als den gestandenen Rocker. Zwar in der Basis immer noch ein Midtempo-Melodiker, im Refrain aber erneut mit reichlich Pop-Appeal.

Zu guter Letzt gibt es dann mit „Promise Me“ noch die Piano-Ballade des Rundlings. Die aber durchaus schöne Melodien beherbergt und durch feine, mystische Klänge im Background auffällt. Gerade die erste Albumhälfte weiß mit der mehr rockigen Ausrichtung zu gefallen, wobei die zweite Hälfte dann mehr in Richtung Radio-Hits und poppige Momente abzielt. Der Sound kommt ein wenig zu geleckt rüber, etwas mehr Roughness hätte sicherlich nicht geschadet. Dennoch ist „Curtain Calls“ ein Opus, das Melodic Rock Fans sicherlich an vielen Stellen erfreuen wird und handwerklich gibt es auch definitiv nichts zu meckern. Der nachhaltige Aha-Effekt bleibt trotzdem zumeist auf der Strecke.

Note: 7 von 10 Punkten
Autor: Erich Robbers


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