SPECTR3 - A PROCESSION OF THE DEAD

| Label: | SOLISTITIUM |
| Jahr: | 2026 |
| Running Time: | 42:28 |
| Kategorie: |
Neuerscheinung |
Die spanischen Black Metaller Spectr3 kenne ich schon seit ihrer Split-CD mit Grim Funeral aus dem Jahr 2004. Es war nur ein kurzes Aufhorchen. Danach sind sie schnell in Vergessenheit geraten. Erst 2018 gab es ihr erstes richtiges Album „A Grim Menace From Beyond“. Danach erschien 2024 noch eine Split-CD mit ihren Landsleuten von Gorguina. Alle Tracks der beiden Gemeinschaftstonträger wurden 2025 auf Vinyl wiederveröffentlicht. Nun steht endlich ein zweites komplettes Album der iberischen Horde in den Startlöchern. Wer dort spielt, wusste ich gar nicht. Und ich bin überrascht, dass ich hier auf eine alte Bekannte treffe. Ich bin schon lange im Underground Black Metal verwurzelt und kenne ein paar Black Metal-Bands aus Spanien.
Ich besitze Tonträger von Akerbeltz, Beheaded Lamb, Harridan und Korgüll The Exterminator und staunte nicht schlecht, als ich las, dass Lilith schon seit 2015 bei Spectr3 singt. Bei Beheaded Lamb hatte sie sogar Schlagzeug gespielt! Hier schwingt sie nun erneut das Mikro, und man hört echt nicht, dass dieser kranke, verkommene Kreischgesang von einer Frau stammen könnte. Neben zwei Zwischen-Intros gibt es hier acht reguläre Tracks. Und die klingen ganz schön finster. Simpel und primitiv im Stil der Neunziger gehalten, gibt es fadendünne Gitarren und raschelndes Schlagzeug. Es gibt nur ganz dezente Melodien. Diese versprühen aber keinerlei Schönheit oder nennenswerte Harmonien. Das Zusammenspiel klingt bewusst rumpelig, und der Sound ist so dünn, dass ein Bass scheinbar gar nicht vorhanden ist.
Bei Spanien denke ich immer an Sonne und Hitze. Die Black Metaller dort scheinen aber irgendwie keinerlei Sonne abzukriegen. Die Musik klingt kalt und hasserfüllt. Mit simplen Mitteln wird hier eine finstere Atmosphäre erschaffen. Spectr3 sind minimalistischer LowFi Black Metal, der in eine ähnliche Kerbe schlägt wie der ihrer Landsleute von Argar, Grim Funeral oder Empty, aber auch Burzum, Moonblood oder Azaxul kommen mir gelegentlich in den Sinn. Das Album erscheint auf CD und Vinyl. Für meinen persönlichen Geschmack ist die Produktion für eine LP zu dünn. Mit reicht der Silberling im Regal. Aber das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Wer um die Jahrtausendwende in der Black Metal Tapetrading-Szene unterwegs war, wird bei Spectr3 ganz viel Nostalgie verspüren!
Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller











































