DARKTHRONE - PRE-HISTORIC METAL


Label:PEACEVILLE
Jahr:2026
Running Time:41:07
Kategorie: Neuerscheinung
 

Vierzig Jahre lärmen Darkthrone nun schon durch den Underground. Sie starteten als Death Metal-Band und gehörten Anfang der Neunziger zu den Mitbegründern der norwegischen Black Metal-Szene. „Pre-Historic Metal“ ist bereits das zweiundzwanzigste Werk des Duos Nocturno Culto und Fenriz, wenn ich mich nicht verzählt habe. Aber ich bin ehrlich: Seit 2006, also immerhin auch schon wieder zwanzig Jahre, tue ich mich echt schwer mit ihrem neuen Zeug. Einzig „Arctic Thunder“ (2018) konnte mich noch aus der Reserve locken. Der Albumtitel ist natürlich selbstironisch.

Darkthrone wissen, dass sie alte Szene-Säcke sind, die auf alle jeglichen Trends scheißen. Aber sie wissen auch, dass sich ihr Name gut vermarktet und sie eigentlich machen können, was sie wollen. Die Leute kaufen es eh. So gehe ich ohne große Erwartungen an den neuen Release ran und bekomme auch genau das. Während mir der dünne Gitarren-Sound noch sehr gut gefällt und manchmal auch noch die Black Metal-Wurzeln durchschimmern, geben sie sich aber mehr und mehr „open-minded“. Einflüsse aus den Siebzigern und Achtzigern werden hier verbraten. Aber irgendwie klingen Darkthrone immer mehr wie eine Parodie.

Manchmal habe ich das Gefühl, sie machen alles, außer dem Black Metal, zu dem man sie eigentlich immer noch zählen will. Klar kann ich verstehen, dass eine Formation nicht immer wieder dasselbe Opus veröffentlichen will (vor allem nicht alle anderthalb Jahre, denn das ist bei Darkthrone schon seit Ewigkeiten der Rhythmus), aber wie ehrliche Überzeugungstäter wirken sie nicht. Das ist weder Kult noch kauzig, das klingt wie eine unbeholfene Newcomer-Band. Natürlich ist hier längst nicht alles schlecht, was da aus den Boxen knarzt, und der alte Charme schimmert immer wieder mal durch, aber für eine alt eingesessene Truppe wie Darkthrone sollte der Maßstab doch deutlich höher angesetzt sein! Es bleibt ein fader Beigeschmack...   

Note: 6.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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