THERION - LEMURIA

| Label: | HAMMERHEART / NAPALM |
| Jahr: | 2022/2004 |
| Running Time: | 42:19 |
| Kategorie: |
Re-Release |
Therion haben schon so manche Odyssee hinter sich. 1988 als reine Death Metal-Band gestartet, sind sie im Laufe der Jahre immer symphonischer und pompöser geworden. Macher Christofer Johnsson hat sich selbst nie als guten Shouter gesehen und den Posten immer weiter abgegeben. Gegipfelt ist das beim 1998er Album „Vovin“, auf dem erstmals ein Chor komplett alle Gesangsparts übernommen hat. Doch die Formation fühlte sich wie in einer Sackgasse. 2004 erfanden sie sich neu und hatten genügend Songs für drei Veröffentlichungen am Start. Sie entschlossen sich dazu, erstmal zwei Alben gleichzeitig aufzunehmen. Diese erschienen beide am selben Tag: „Lemuria“ und „Sirius B“. Die Re-Releases erschienen beide einzeln als Digipack-CDs über Hammerheart, aber auch etwa zeitgleich über Napalm Records zusammen als Doppel-LP. Hier passiert deutlich mehr als auf „Vovin“. Die Scheiben sind viel detailverliebter ausgefallen.
Man hat sich aber auch richtig reingekniet. Einhunderteinundsiebzig Musiker waren neun Monate lang an den Aufnahmen beteiligt; darunter ein zweiunddreißig-köpfiger Chor, der in einem Prager Studio aufgenommen wurde. Dazu gibt es eine echte Kirchenorgel, die in der ältesten Kirche Kopenhagens mitgeschnitten wurde. Hammond-Sounds gab es ebenfalls. Aber – und das ist das Erfreuliche: „Lemuria“ war auch endlich wieder metallischer als ihre letzten Werke. Gitarrenriffs und Doublebass sind wieder dominant. Auch Growls und Power Metal-artigen Klargesang gibt es wieder zu hören. Die Produktion ist sauber und differenziert. Das Teil sprüht nur so vor Atmosphäre und ist auch wieder für Leute hörbar, die nicht so sehr auf Chorgesang stehen (so wie ich zum Beispiel, haha!). Muss vielleicht noch ein bisschen wachsen, um mich zu packen, aber die Schweden schlugen mit „Lemuria“ und „Sirius B“ 2004 wieder die richtige Richtung ein. Hier bietet sich die Doppel-LP an, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen!
Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller











































