DARKTHRONE - SOULSIDE JOURNEY


Label:PEACEVILLE
Jahr:1991
Running Time:41:47
Kategorie: Classics
 
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"Soulside Journey", das Debüt der Norweger Darkthrone, unterscheidet sich - wie wir alle wissen (sollten) - komplett von allen folgenden Releases der Band. Mit ihrem Zweitalbum "A Blaze In The Northern Sky" haben die Jungs wenig später lupenreinen, bitterbösen Blackmetal auf die Menschheit losgelassen, und gehörten seit dem zur Speerspitze der aufkeimenden norwegischen Black Metal-Bewegung Anfang der Neunziger, die in ihrem weiteren Verlauf einige obskure Ereignisse mit sich gebracht hat... . Anfang 1991 war jedoch noch alles anders, denn " Soulside Journey " ist ein typisches Deathmetal-Album skandinavischer Prägung - und müsste rein soundtechnisch statt aus Norwegen eigentlich aus Schweden kommen, denn Produzent war einmal mehr kein Geringerer als Tomas Skogsberg, der auch bei Darkthrone für den klassischen, wohlig-wummernden Sunlight-Sound gesorgt hat. Man munkelte damals, Darkthrone hätten nur deswegen ein Deathmetal-Album eingespielt, um den damaligen Boom auszunutzen und sich einen vernünftigen Plattendeal unter den Nagel zu reissen, damit sie dann auf Black Metal umsatteln konnten.
Wie auch immer. "Soulside Journey" ist dennoch alles andere, als ein halbgarer Schnellschuss, sondern richtig geil und durchaus eigenständig. Musikalisch ist die Scheibe um einiges komplexer und vertrackter, als viele vergleichbare skandinavische Veröffentlichungen aus der Zeit. Man beachte zum Beispiel den Anfang von "Iconoclasm Sweeps Cappadocia“. Stumpf ist definitiv etwas anderes! So anspruchsvoll haben die Norweger jedenfalls später nie wieder gezockt. Ein weiterer Favourite ist für mich das geniale "Sempiternal Sepulchrality“ - wobei das Album insgesamt wie aus einem Guss klingt, und ein relativ gleichbleibendes Niveau hält. Zusätzlich transportiert "Soulside Journey" eine sehr dichte, düstere Grundatmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch das Werk zieht und es von der Konkurrenz durchaus abhebt. Vielleicht sind das auch schlicht und einfach schon Vorboten der späteren Marschrichtung... . Das Album hat für mich bis heute seinen Reiz nicht verloren und nach 20 Jahren noch keinerlei Abnutzungserscheinungen zu verzeichnen! Man darf es getrost in die lange Reihe der zeitlosen Klassiker einordnen!

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Felix Schallenkamp


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