KAMELOT - POETRY FOR THE POISENED


Label:EAR
Jahr:2010
Running Time:50:07
Kategorie: Neuerscheinung
 

Sie sind in den letzten Jahren weit gekommen, doch nun scheint der leicht progressiven Power Metal Band die Puste auszugehen. So oder ähnlich wollte ich die Review zur aktuellen Kamelot-Scheibe beginnen, bis ich mich dazu entschlossen habe, mir etwas mehr Zeit zu nehmen und ein paar weitere Läufe einzuplanen. Schließlich geht es hier um eine meiner Lieblings-Bands. Zugegeben, man wandelt immer noch auf theatralisch überzogenen Pfaden und es fehlt wirklich ein weiterer, ganz großer Hit wie das Duett ‘House On A Hill‘, mit Simone Simons (Epica). Das ist Pathos pur. Kraftvoll, wenn auch nicht immer als Blast-Off-Nummer zieht Kamelot durch orchestrale und epische Geschichten, die schwer und dunkel auf der Seele liegen. Mit Gastauftritten hat man heuer nicht gespart und schickt gleich mit dem Opener ‘The Great Pandemonium‘ Soilwork-Shouter Björn "Speed" Strid und seine fiesen Growls ins Rennen. Wesentlich bekannter ist das Savatage-Aushängeschild Jon Oliva. Das doomig-schleppende ‘The Zodiac‘ wird von Jon`s aggressivem Touch bereichert. Perfektes Teamwork. Der Titeltrack ‘Poetry For The Poisoned‘ ist in vier Tracks gegliedert. Die Songs gehen nicht nur textlich nahtlos ineinander über. Hier wurde mit Verstand und Herz komponiert. Simone Simons greift im zweiten Teil ‘Poetry For The Poisoned Part 2-So Long‘ ein weiteres Mal beherzt zum Mikro. Leider sind viele der vierzehn Tracks zu vorhersehbar und Sänger Roy Khan, der streckenweise sehr überzeugend ist, ist dennoch kein Geoff Tate (Queensryche), mit dem er ständig wetteifert. Das kann nur nach hinten losgehen. Und wenn man die strunzlangweiligen Beiträge mit in Betracht zieht (‘If Tomorrow Came‘ und ‘Necropolis‘), dann gibt es einen Zähler über dem Durchschnitt. Von Kamelot darf und muss man mehr erwarten können.

Note: 6 von 10 Punkten
Autor: Steve Burdelak


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