INSOLVENCY - ANTAGONISM OF THE SOUL


Label:SEND THE WOOD
Jahr:2018
Running Time:49:47
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Lange haben sich die vier Franzosen von Insolvency, Zeit mit ihrem Debütwerk gelassen. Gegründet in 2012, ging es in Frankreich und Luxemburg zunächst einmal auf die Bühnen. Man spielte sich sprichwörtlich den Arsch ab, um überhaupt mal einen Namen in der Szene zu bekommen. In 2015 zockte der Gitarrist Bruno Blackstard Seite an Seite mit Alexi Laiho von Children Of Bodom. Ein Jahr später spielte das Quartett dann "Antagonism Of The Soul" ein, welches über das französische Label Sent The Wood dann Anfang 2018 released wurde. Nach dem Infosheet haben Insolvency Parallelen mit Bullet For My Valentine, Trivium, While She Sleeps, All That Remains und Unearth. Fans der härteren Gangart dürfen also gespannt sein. Nach dem symphonischen Intro "Divided", hämmert "Tears Of The World" ultrabrutal aus den Boxen, Basser Pierre Challouet kreischt und growlt dazu, was die Kehle hergibt aber sogleich vernimmt man hier und da richtig melodiöse Noten und natürlich liegt ein exzellenter Workout an den Sechssaitern vor. Der Titeltrack geht großartig inszeniert rein und wieder gibt es diese Symbiose aus thrashartigem Geholze, wirklich hörbaren Refrains und superschnellen Licks. Es sind eindeutig diese ultrageilen Klampfen, die mich bei der Stange halten und beim groovigen "Violation" kann ich sogar richtig mitwippen.

Das ist schon ziemlich geiler Stoff, komplex, interessant und absolut abwechslungsreich. Chöre und Bombastsymphonic gibt es zum Start von "Black Moon", ehe die Odyssee aus Melodic Death Metal / Thrash Metal und Core seine Reise fortsetzt und mittendrin erklingen fast ambiente Gitarren zum Träumen. Mit spürbarer Elegie durch wohlklingende Sechssaiter, Tasteninstrumente und großartige Arrangements, lässt sich das ausufernde "Hope" am treffendsten beschreiben. Nach dem knalligen "I´m Revulsed By Death", mit sehr dunklen Tunes und sehr friggeligen Riffs, findet das Traurige, die Melchancholie in "This War Is Not For You", eine grandiose Fortsetzung, wenn auch der Übergang in die Weiten des melodischen Death Metal hier sehr abrupt über den Hörer herein bricht. Über viel coreartige Härte verfügt "Leaving Life, A New Beginning", nimmt dann aber wieder das Gekloppe raus und überrascht aber mit fast doomartigen Dunkelklängen. Technisiertes Gedresche und grauenvolles Gekreische aus der Tiefe, versinnbildlichen in "Your Lost Soul" das Böse, den Schmerz, ja die Ausgeburten der Hölle. Mit "Death Wish" beenden die französischen Todesschwadrone ihre dunkle und unheilvolle Offenbarung und lassen einen durchweg faszinierten Zuhörer zurück, dem nur zu konstatieren bleibt, dass sich die lange Findungsphase des Quartetts absolut gelohnt hat. Ganz abgesehen davon, dass hier gerade ein megafett produziertes Album durch den Äther gerauscht ist. Ich will nicht hoffen, dass ich künftig doch noch zum Fankreis des melodischen Todesmetal, geschweige denn des Cores werde, aber das Ding hier, lässt mich fast alle Finger nach oben zeigen.

Note: 8.5 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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