ANTICHRIST - PAX MORIENDI


Label:IRON BONEHEAD
Jahr:2018
Running Time:44:34
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Nicht die Schweden Thrasher sind hier gemeint, sondern eine Doom-/Death Metal-Band aus Peru. Vier Demo-Kassetten, alle auf nur zwanzig bis dreißig Exemplare limitiert, und eine Promo-CD gab es bislang seit ihrer Gründung 2012. Nun liegt endlich das Debüt dieser Combo vor. Es enthält zwar nur fünf Tracks, diese sind mit jeweils fünf bis zwölf Minuten alle recht lang. Ein kurzes Intro leitet das Album ein, bevor dumpfe Gitarren, ein blechern klingendes Schlagzeug und flächendeckende Keyboards ertönen. Danach geht es düster mit einem schleppenden Riffs weiter. Doomig sind sie, ja, aber nicht so theatralisch wie Candlemass. Das wird sofort klar, sobald der tief gegrunzte Gesang ertönt. Hier sind eher Fans von Cianide, Winter, uralten Samael, Sorrow, Mourning Beloveth,God Forsaken, Disembowlment, ganz frühen Paradise Lost oder Abruptum am Werk. Das hier ist schon fast FuneralDoom und klingt so träge und tief, dass man das Gefühl hat, eine Platte, die auf 45 UPM laufen soll, versehentlich auf 33 UPM abspielt. In etwas flotterem Midtempo geht es mit Obscurantism“ weiter. Ein schleppender Part mit Keyboards lockert den Song etwas auf. „In A Dark And Mournful Corner“ schlägt in dieselbe Kerbe. Danach gibt es bei „Screams And Lamentations Drowned“ endlich mal schnelles Geballer auf die Omme. Der zwölfminütige Raushauer „You Will Never See Sunlight“ enthält auch Ambient-Parts, traurig anmutende Pianoklänge und düster gesprochene Passagen und verlangt dem Hlrer noch einmal alles ab. Die Produktion ist demomäßig. Eine Kassette wäre also auch hier wieder angebracht gewesen anstelle einer Vinyl-Version. Der Gesamtsound ist schon sehr faszinierend, aber auch anstrengend. Wer auf Funeral Doom und immerwährende Trägheit steht, ist hier genau richtig. Alle anderen sollten dieses Album jedoch eher mit Vorsicht genießen.

Note: 7 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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