NORTHWIND WOLVES - DARK... COLD... GRIM...


Label:BLACK LION
Jahr:2018 /2017
Running Time:30:43
Kategorie: Import
Re-Release
 
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Immer diese seltsamen Beschreibungen für Metal-Stilrichtungen, um sich von der Masse abzugrenzen… Laut Metal Archives spielen die 2012 gegründeten Amis Northwind Wolves Melodic-/Neoclassical Death Metal, werden aber mit Wintersun verglichen, obwohl sie sehr viel böser klingen. Beides passt nicht, finde ich. Denn hier handelt es sich eher um orchestralen, abwechslungsreichen Black Metal. 2013 erschien das Demo „Astronomy“, welches sogar drei Minuten länger war als dieses offizielle Debüt-Album, obwohl dieses Mal noch ein Song mehr drauf ist; insgesamt neun Tracks. Letztes Jahr erschien es noch in Eigenregie, jetzt gibt es eine remasterte Neuauflage mit Label im Rücken. Ich würde dies jedoch nicht negativ werten; ganz im Gegenteil! Für diese Art Musik sind die Songs mit jeweils zwei bis vier Minuten Spielzeit alle relativ kurz. Dennoch passiert hier eine ganze Menge. Northwind Wolves sind schnell und verspielt, klingen aber dennoch böse und atmosphärisch. Die Leadgitarren stehen genauso im Vordergrund wie die majestätischen Keyboards. Die melodische Musik wird jedoch stets unterlegt von bösem Kreischgesang, der seine Boshaftigkeit niemals verliert. Die Band macht hier tatsächlich alles richtig! Die Jungs haben Spielfreude, in den Songs passiert unheimlich viel, aber dennoch überfordern sie den Hörer nicht. „Dark… Cold… Grim“ ist vielschichtig, aber nicht überladen. Die spielerischen Fähigkeiten sind in jedem Fall erhaben, und sogar die glasklare Produktion, die alle Facetten der Musik gekonnt in Szene setzt, klingt nicht steril, wie das sonst leider bei solchen Bands häufig der Fall ist. Mit Einflüssen von Emperor, Dimmu Borgir, Cradle Of Filth, Hecate Enthroned, Covenant, Carach Angren, Limbonic Art, Septicflesh oder Totengeflüster schaffen sie einen finsteren Soundtrack, der sogar der „True“-Fraktion des Black Metal gefallen sollte. Das hier ist richtig geiler und unkitschiger Keyboard Black Metal im Stil der späten Neunziger. Abgerundet wird das Album, welches bislang nur auf CD - unfassbarerweise in Eigenregie - erschienen ist, mit einem wunderschönen Cover-Artwork, welches förmlich nach einer wohlverdienten Vinyl-Version schreit. Geil!    

Note: 8.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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