BLUT AUS NORD - DEUS SALUTIS MAE


Label:DEBEMUR MORTI
Jahr:2017
Running Time:47:24
Kategorie: Neuerscheinung
 
zurück  |  vor

Wow, dreiundzwanzig Jahre gibt es diese französische Truppe schon, und ich denke jeder der sich mit den extremeren Auswüchsen des Metals beschäftigt, hat schon was von der Band gehört. Nun also das neueste Album, das wievielste das ist, weiß ich grad nicht 100%ig. Ich fange mal mit dem Coverartwork an. Damit kann man sich stundenlang beschäftigen und wird immer wieder neue Facetten entdecken. Sehr sehr gelungen und ein guter erster Eindruck. Kommen wir zur Musik... Rückblickend betrachtet ist Blut Aus Nord ein Wandlungskünstler ohnegleichen: Den Backkatalog eröffnend mit zwei reinen Black-Metal-Alben, kamen in der Phase zwischen 2001 und 2007, vornehmlich Alben mit beklemmend-düsterer Atmosphäre im erdrückenden Black/Industrial-Metal-Gewand auf den Markt, ehe sich Blut Aus Nord mit der „777“-Reihe (2011-2012) selber übertrumpften, indem sie ihrer Musik grandiose Melodieverläufe und bombastisch-epische Steigerungen hinzugefügten. Nun ist sie da, die neue Scheibe der Franzosen, „Deus Salutis Meæ“. Nach einer knappen halben Stunde Spielzeit ist der Zauber nicht nur viel zu schnell verflogen, sondern hält sich mehr in Grenzen als zuvor zu erwarten war. Denn „Deus Salutis Meæ“ besitzt kaum diese Melodieführungen, die den Hörer die Nackenhaare aufstellen lassen. Es erdrückt, allerdings nur durch bloßes Gerumpel und nicht durch Atmosphäre. „Deus Salutis Meæ“ scheint gnadenlos unter der hohen Latte durch zu rutschen, die sich Blut Aus Nord durch vorherige, großartige Veröffentlichungen selber erschufen, denn es fehlt die Spannung, die Atmosphäre, schlicht alles, womit sich Vindsval sowohl mit den klassischen Black-Metal-Scheiben als auch mit seinen abstrakten, kühlen Industrial-Platten einen Namen machte. Black Metal ist das nur noch im weitesten Sinne, eher Industrial oder droniger Noise. Klar, da sind Gitarren, da ist Drumming und auch sowas wie Gesang, aber richtige Songs?: Fehlanzeige. Eher Soundscapes oder Klangcollagen, eine klassische Songstruktur sucht man vergebens. Klingt eher wie ein Soundtrack zu einem Film. Der wäre der Musik nach aber sehr düster und irgendwie unmenschlich böse. Dumpf, selten packend, melodiearm und unverhofft uneingängig stapeln die Jungs im weiteren Verlauf der viel zu kurzen Platte erschreckend niedrig das auf, womit sie punkten könnten. Und dass, obwohl die Franzosen nicht nur das Potenzial, sondern auch die Routine gehabt hätten, um mit „Deus Salutis Meæ“ eine Punktlandung hinzulegen! Schade…

Note: 5 von 10 Punkten
Autor: Marcus Klinge


zurück zur Übersicht