NUNSLAUGHTER - DEMOSLAUGHTER


Label:HELLS HEADBANGER
Jahr:2011
Running Time:111:42
Kategorie: Compilation
 
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Nunslaughter sind in der Blackmetalszene Oberkult im Underground. Die Band besteht seit 1987, spielt seitdem Rehearsaldeathmetal im rumpeligsten Anti-Bombaststil und hätte allen Grund dazu, sich ins Guinessbuch der Rekorde eintragen zu lassen. Nicht, weil es seit 1987 nur drei Studioalben gibt, obwohl sie sich zwischendurch nie aufgelöst haben, sondern wegen ihrer sonstigen Veröffentlichungsflut. Ich kenne ziemlich viele fanatische Undergroundsammler, aber keinen, der auch nur annähernd alles von Nunslaughter besitzt; die Band selbst vermutlich auch nicht… Denn Nunslaughter haben es neben ihren drei “normalen” Alben bis 2012 noch auf sieben Demos, dreizehn Compilations, vierzehn Livemitschnitte, vier DVDs und 73 (!) EPs gebracht, wovon knapp die Hälfte Split-EPs mit irgendwelchen völlig unbekannten Undergroundhorden sind, die keine Sau kennt. Wer es nicht glaubt, sollte sich mal bei Metal Archives die Discographie durchlesen. Aber behauptet hinterher nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt! Aber zumindest versuchen Nunslaughter mit der hier vorliegenden Doppel-CD wenigstens etwas Ordnung in das heillose Chaos zu bringen. Enthalten sind von den sieben Demos immerhin schon einmal die ersten sechs: “Ritual Of Darkness” (1987), “The Rotting Christ” (1989), “Impale The Soul On The Inverted Cross Of Death” (1990), “The Guts Of Christ” (1993), “Face Of Evil” (1995) und “Evil Speaks” (1998). Der Titel “Demoslaughter” könnte nicht passender gewählt sein. Nur das 2002er Demo “Hate Your God” wurde boykottiert; wahrscheinlich nur aus Versehen, weil es in der Masse untergegangen ist. Enthalten sind hier neben den Demos noch diverse Outtakes, Coversongs, Proberaumaufnahmen und vier Songs von Death Sentence, der Vorgängerband von Nunslaughter. Insgesamt wird der Hörer mit 56 Songs, auf zwei CDs verteilt, ans Kreuz genagelt. Geboten wird Proberaum-Deathmetal, der fast immer schlecht und übersteuert “produziert” ist (wahrscheinlich nur mit einem Tapedeck) und minimalistisch gespielt ist. Die Demoaufnahmen sind auch alle sehr unterschiedlich gut oder schlecht. Schließlich liegen hier immerhin circa zwölf Jahre zwischen der ersten und der letzten Aufnahme. Der tiefe Gurgelgesang ist Genrestandard. Wer dieses Review jetzt aber für einen Verriss hält, sieht sich getäuscht. Denn dass monotone Gerumpel hat durchaus seinen Charme, wenn man auf Bands wie Blasphemy, Sarcofago, Beherit, Possessed, Abhorer, die Asphyx-Demos und diesen ganzen Kram steht. Ich stehe drauf und habe hier echt meinen Spaß, auch wenn ich zugeben muss, dass die Gesamtlaufzeit von fast zwei Stunden definitiv zu lang ist. Für Komplettisten, wie es Undergroundsammler ja nun mal sind, aber eine gute und günstige Variante, an all das vergriffene Zeug heranzukommen. Kult!

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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