AL-NAMROOD / DARKESTRAH - AKYR ZAMAN / TAJER AL PUNQIA


Label:SHAYTAN
Jahr:2016
Running Time:21:52
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Ach guck, über zehn Jahre aus den Augen verloren, neulich erst das aktuelle Album besprochen und schon liegt der nächste Tonträger vor: eine neue Split-CD von Darkestrah aus Kirgisien, die mittlerweile nach Leipzig ausgewandert sind. Für überlange Songs sind sie seit jeher bekannt. Ihr erstes Demo „Black Pagan Act“ enthielt nur einen Song, der jedoch eine halbe Stunde lang war. Das Debüt „Sary Oy“ enthielt nur zwei Tracks, dauerte aber mal eben fast fünfzig Minuten. Und diese Tradition hält weiterhin an. Auf dieser Split-CD ist nur ein Track von Darkestrah enthalten. Dieser hat aber eine Länge von immerhin zwölf Minuten. Es gibt das übliche Gebräu zu hören. Eiskalter Keyboard Black Metal trifft auf uralte, einheimische Folklore; zwei Elemente, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch wie ein Wunder perfekt zusammen verschmelzen. Darkestrah haben echt ein Händchen dafür, sowohl böse als auch verträumt zu klingen, das Songwriting spannend zu halten und den Hörer nie zu langweilen. Fans von Nokturnal Mortum, Drudkh oder Negura Bunget sollten sich hier angesprochen fühlen. Die zweite Band im Bunde ist mir auch schon seit einiger Zeit ein Begriff: Al-Namrood aus Saudi Arabien. Jawohl, ihr habt richtig gelesen. Gerade in der heutigen Zeit steht der Islam in einem eher schlechten Licht, und Al-Namrood geben sich dementsprechend blasphemisch. Ebenso wie Darkestrah verstehen es die Asiaten, bösen Black Metal perfekt mit folkloristischen Elementen zu verbinden. Exotisch klingt das allein schon dadurch, dass hier einheimische Instrumente zu vernehmen sind, die man kaum benennen kann. Bei ihnen kommt aber weniger Lagerfeuerstimmung auf als bei Darkestrah. Al-Namrood klingen noch finsterer. Vergleiche mit Melechesh sind unausweichlich. Jedoch haben die Saudis einen eigenen Stil, der sich schlecht kategorisieren lässt. Ein Zweiteiler wird hier präsentiert, der in die übliche Kerbe schlägt. Interessant und empfehlenswert!

Note: Keine Wertung
Autor: Daniel Müller


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