MOTHERTOMB - DYING TO LIVE


Label:SELBSTVERTRIEB
Jahr:2026
Running Time:39:59
Kategorie: Eigenproduktion
 

Mothertomb wurden 2025 gegründet, als nach einem Eissturm mehr 145.000 Einwohner Michigans wochenlang ohne Strom waren, bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. In ihrer Musik verbindet die Band die brachiale Gewalt von traditionellem Doom Metal mit Stoner Grooves, gotischer Atmosphäre und einem progressiven Songwriting. Im Vorfeld des Album-Debüts wurden zwei der Tracks bereits als Single veröffentlicht. „The Summoning“ ist mit drei dreiviertel Minuten eher ein kürzerer Doom-Beitrag. Aber beileibe kein Intro. Ruhige, beschauliche Klanggebilde und ätherische Vokalisen von Sängerin Alice Gawlinski sind bestimmend. Dazu harte, aber ruhige Riffs und ebenso ruhiges Schlagzeugspiel zu Beginn enden in einem leichten Steigerungslauf.

Cleane Gitarren-Akkorde und erneut Vokalisten leiten „Cythraul“ ein, bevor Alice mit ihrem beschaulichen und betörenden Gesang einsetzt. Dann knallen harte Axt-Riffs. Ein zehnminütiges Monumental-Epos mit progressivem Einschlag. Später haut die Shouterin bitterböse Growls und Screams raus, die klingen, als würden sie direkt aus dem Höllengrund kommen. Dazu wummert das Drumkit teilweise begleitet von knallharten Riffs. Noch etwas mehr entschleunigt geht es bei „Beware“ weiter. Die tiefen Sounds Bass- und Klampfen-Töne dominieren und Alice verzaubert erneut mit ihrer Stimme. Gegen Ende werden die Riffs härter und ein wenig schneller.

Das Kontrastprogramm innerhalb der und zwischen den Tunes setzt sich auch bei „Mountain Hag“ fort. Klare Six-String-Akkorde und harte Riffs wechseln sich ab. Dazu eine kräftige Basslinie und einige Sound-Spielereien. Die Vocals ist weiterhin zumeist elfenartig, dann jedoch wieder kraftvoll, angepeitscht von Schlagzeug und Gitarre. Bei gelegentlichen Growls und Screams schreit sich Alice Gawlinski fast die Seele aus dem Leib. „Dying To Live“ wird vom rhythmischen Schlagzeugspiel eingeleitet. Zunächst singt Alice mit ruhigem, tieferem Timbre. Später hört man ein letztes Mal die bitterbösen Growls. Auf „Dying To Live“ dominieren die ruhigen, melancholischen Klänge. Dem passt sich auch der Gesang zumeist an.

Die Stimme von Alice Gawlinski vermag den Hörer zu verzaubern. Nur hin und wieder scheint die Sängerin zu explodieren und screamt und growlt. Doom typisch wird sie von harten, zum Teil stark verzerrten Gitarren begleitet und vom druckvollen Schlagzeug angetrieben.

Note: 8.5 von 10 Punkten
Autor: Rainer Kerber


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