BLOODHUNTER - SONS OF THE ABANDONED

| Label: | ROAR! / ROCK OF ANGELS |
| Jahr: | 2026 |
| Running Time: | 45:38 |
| Kategorie: |
Neuerscheinung |
Bloodhunter sind der Crossfire-Redaktion schon lange ein Begriff. Bereits 2014 zu Zeiten ihres selbstbetitelten Debüts haben wir mit Sängerin Diva Satanica ein Interview geführt. Die Frontfrau wurde in den letzten Jahren häufiger mal auf deutschen Bühnen gesehen: 2022 mit Nervosa, 2023 auf dem Rock Harz Festival mit Now We End und erst kürzlich auf dem Keep It True beim Venom Tribute Set. Auch auf dem letzten Holy Moses-Album „Invisible Queen" war sie auf der Bonus-CD zu hören, wo alle Songs auch noch einmal mit GastsängerInnen präsentiert wurden. Ihre Haupt-Band ist hier aber immer noch nahezu unbekannt. Woran das genau liegt, kann ich gar nicht sagen. An der Qualität liegt es jedenfalls nicht. „Sons Of The Abandoned" ist das nunmehr vierte reguläre Langeisen dieser Melodic Death Metal-Band aus Spanien. Die Riffs sägen, und die Doublebass rattert. Dabei setzen sie nicht nur auf hohes Tempo, sondern geben sich auch technisch sehr versiert und manchmal vertrackt. Eingängige Leadgitarren gibt es aber auch. Über allem thront der fiese Gesang von Diva Satanica, die schön fies und rotzig klingt. Wer es nicht weiß, würde nicht unbedingt drauf kommen, dass hier eine sportliche Frau das Mikrofon schwingt! Der Opener „The Devil´s Own” ertönt mit den schönen Leadgitarren zunächst angenehm rockig.
Danach gibt es aber auch Blastbeats. Das vertrackte „The Outspoken” beginnt etwas sperrig. Das mit Sirenen beginnende „Threshold Of Hell” erinnert etwas an „My Apocalypse“ von Arch Enemy, mit denen Bloodhunter aber trotz Frontfrau nicht zwingend vergleichbar sind. Hier singt sogar Fernando Ribeiro von Moonspell als Gast mit. Das Geballer von „Ephemeral Youth“ hat etwas von Carcass. Der Titeltrack groovt wie Sau. Bei dem mit einem Nu Metal-Riff im Dreivierteltakt eingeleiteten „The Path That Never Ends“ gibt es ein weiteres Duett; dieses Mal mit Laura Guldemond von Burning Witches. Bei aller Brachialität überraschen Bloodhunter bei dem Instrumental „The Night Is Darker Before The Dawn“ auch mit Akustikgitarren und schönen Harmonien. Das rotzige Annihilator-Cover „Human Insecticide“ am Albumende bringt einen rasanten Abschluss. Die Verbindung von Tradition und Moderne ist ähnlich wie bei At The Gates oder Nightrage: Trotz hohen technischen Anspruchs bleibt alles trotz komplexer Rhythmik immer eingängig und nachvollziehbar. Bloodhunter gehen ihren bisher eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Ihre Musik ist zwar modern, aber durchaus auch für traditionelle Death Metaller hörbar. Sie stemmen den Spagat irgendwo dazwischen. Klasse!
Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller











































