TANGERINE - THE PEELING OF TANGERINE

| Label: | STEPHEN |
| Jahr: | 1971 |
| Running Time: | 30:35 |
| Kategorie: |
Classics |
Tangerine war eine Band aus Pennsylvania, die sich Ende der Sechziger formierte, es 1971 aber lediglich zu einem einzigen Album brachte. Der bluesige Opener „Come And See Me“ geht gut ab. Der Refrain erinnert etwas an „Love Portion #9” von The Searchers. Der leicht rauchige Gesang lässt Vergleiche zu Stevie Winwood (Spencer Davis Group, Traffic, Blind Faith) aufkommen. Das Instrumental „The Hutch” zeigt Jazz Rock mit viel Spielfreude, bei der die Leadgitarre quasi den Gesang übernimmt. Alles klingt sehr spontan, wie bei einer Jam Session, aber schon mit Struktur. Schade ist, dass es mittendrin ausgeblendet wird. Die Schlussakkorde werden so ähnlich bei „Chain Gang” direkt wieder aufgenommen. Hier ist ein cooles Bass-Riff im Hintergrund sehr dominant und sorgt für viel Druck; eine geile Mischung aus Psychedelic Rock und Blues!
Der Refrain frisst sich in die Gehörgänge. Dennoch bleibt wieder ganz viel Platz für Spielereien. Gesang ist hier nur ein gelegentliches, zusätzliches Instrument. Die Band als Ganzes steht klar im Vordergrund. „A. J. F.” bietet ein doomiges Anfangsriff, dass an „Evil Woman“ von Spooky Tooth, aber auch ein bisschen an Black Sabbath erinnert (auch später, als vor dem endlos langen Solo das Tempo angezogen wird!). Die A-Seite hält schon ein hohes Niveau. Auf der B-Seite befindet sich dann nur der Longtrack „My Main Woman”, eine mitreißende Jam Session im Stil von Iron Butterfly oder Blue Cheer, wo jeder sein Können zeigt. Wie so häufig in den Siebzigern gibt es hier natürlich auch ein Schlagzeug-Solo im Mittelteil, Bongos inklusive! Das Album ist mit einer halben Stunde Spielzeit zwar sehr kurz, kommt einem aber länger vor, weil der Flow einfach stimmt und hier keine wirklichen Schwächen auszumachen sind.
Aus heutiger Sicht klingen Tangerine vielleicht etwas altmodisch, doch „The Peeling Of…“ funktioniert durchaus in voller Länge. Man sollte psychedelische Hippie-Mucke aber schon mögen, wenn man sich mit dieser LP auseinandersetzt. Übrigens sollte man sich auf keinen Fall von der Aufmachung der LP abschrecken lassen! Auf dem Frontcover ist die Band abgedruckt, und man erhält den Eindruck, dass es sich hier nur um eine belanglose Oldie-Truppe handeln könnte. Das ist jedoch nicht der Fall! Auch die Rückseite sieht spartanisch und ein bisschen nichts sagend aus. Tatsächlich handelt es sich hier aber um eine richtig geile Psychedelic-/Blues Rock-Scheibe; einen kleinen Geheimtipp, den man schnell übersieht. Diese Langrille ist die einzige LP der Band und auch nicht besonders teuer. Sollte man sich als Fan von Rock aus den Sechzigern und Siebzigern definitiv mal geben!
Tracklist:
Side One:
Come And See Me (2:44)
The Hutch (3:26)
Chain Gang (5:42)
A. J. F. (5:32)
Side Two:
My Main Woman (13:11)
Line-Up:
Al Ferharo: Lead Guitar, Vocals
Lynn “Crash” Ferraro: Guitar, Vocal, Congas
Dennis Defelice: Bass
Dennis Kostley: Drums
Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller











































