KALAPÁCS - ÖRÖKFEKETE


Label:HAMMER
Jahr:2018
Running Time:49:35
Kategorie: Import
 
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Die ungarische Metal-Ikone József Kalapács ist ein Phänomen. Der Ex-Pokolgép-Sänger feierte 2015 mit dem Live-Album „Félszáz Év Total 30 Év Metal“ seinen fünfzigsten Geburtstag und sein dreißigjähriges Bühnenjubiläum. Nach einem selbstbetitelten Solo-Album im Jahr 1996, welches eher im Hard Rock angesiedelt war, war es zunächst vier Jahre ruhig um ihn. Dann startete er aber nochmal voll durch! Seit 2000 gibt es Kalapács als Band und spielt bis heute (!) in derselben Besetzung. Auf dem nunmehr zehnten Album der Band (das Album von 1996 und die beiden Akustik-Ausflüge nicht mitgerechnet) gibt es - wie immer - natürlich keinen Stilbruch zu vermelden. Aber im Prinzip ist es wie bei ihren Landsleuten von Ossian: Es klingt immer gleich und austauschbar. Beide Bands haben ihren eigenen Stil und klingen sehr ähnlich. Es gibt mal rockigen, mal stampfenden Heavy Metal, meist im Midtempo, mit melodischem Gesang in mittlerer Tonlage und in der Landessprache verfasst, die für mich wie eine Mischung aus Spanisch (wegen des gerollten „r“) und Türkisch (wegen der „Ö“- und „Ü“-Umlaute) klingt. Die Musik klingt an sich wie eine Mischung aus Accept und alten Judas Priest, der Gesang ist aber anders. Seltsam ist, dass das neue Kalapács-Album erst beim zweiten Hören zündet. Das Album hält zwar ein Niveau und kommt ohne nennenswerte Lückenfüller aus, aber dieses Mal hebt sich kein Stampfer von der Masse ab so wie sonst. Alles klingt zwar wie aus einem Guss, plätschert aber auch etwas dahin. Die zwölf Songs (inklusive der obligatorischen Ballade am Schluss) verbreiten aber dennoch Old School-Flair und gute Laune; genau das Richtige für das derzeitig aufkommende Sommerwetter. Das anfangs erwähnte Live-Album, welches vor drei Jahren ausschließlich auf CD erschien, liegt in diesem fetten Digipack übrigens nochmal als Bonus-DVD vor und enthält das komplette Set. Fans von klassischem, ungarischem Heavy Metal im Stil von Pokolgép, Ossian, Falanx oder Stress werden nicht enttäuscht sein. Auf Herrn Kalapács ist immer noch Verlass!

Note: 7.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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