NOVALIS - BANISHED BRIDGE


Label:BRAIN
Jahr:1973
Running Time:37:23
Kategorie: Classics
 

Novalis, benannt nach dem frühromantischen Dichter Friedrich Freiherr von Hardenberg alias Novalis (1772 – 1801) gründeten sich 1971 und veröffentlichten zwischen 1973 und 1985 elf Studio- und zwei Live-Alben. „Novalis“ (1975) ist nicht das Debüt der Hamburger Band, sondern ihr Zweitwerk. Auf Anraten von Achim Reichel sollten sie von nun an deutsche Texte singen. Von da an wurde es für mich persönlich auch zwiespältig, weil ich Songtexte wie „Wer Schmetterlinge Lachen Hört“ oder „Vielleicht Bist Du Ein Clown?“ echt seltsam finde. Ihr Debüt, „Banished Bridge“ hatte aber noch keine deutschen Texte und ist ihr einziges Album auf Englisch. Und das gefällt mir auch mit Abstand am besten. Das Teil enthielt zwar nur vier Tracks, diese haben aber meist Überlänge. So deckt der 17-minütige Titeltrack die komplette A-Seite ab.

Und die offenbart eigentlich alles, was ich am Krautrock so liebe: Longtracks, ausufernde Instrumentalpassagen, spielerischen Flow, psychedelisches Flair, eine schöne Atmosphäre und gefühlvollen Gesang. Am geilsten sind aber – wie oft in diesem Genre – die Orgel- und Synthesizer-Sounds. Lutz Rahn ist ein wahrer Meister an den Tasten und stellt dies auch stets unter Beweis. Er spielt mitreißend und lockt den Hörer zwischen den ruhigen Passagen immer wieder aus der Reserve. Häufig gibt es zwischen den Orgel-Attacken schöne Akustikgitarren und Percussions. Wenn man (so wie ich) mit deutschen Texten so seine Probleme hat, aber generell Krautrock sehr mag, der sollte sich unbedingt dieses Meisterwerk zulegen, das locker mit ähnlich gepolten Bands wie Pink Floyd, Eloy, Jane, Grobschnitt oder Birth Control mithalten kann!

Tracklist:
Seite 1:
Banished Bridge (17:06)

Seite 2:
High Evolution (4:27)
Laughing (9:10)
Inside Of Me (Inside Of You) (6:40)

Line-Up:
Jürgen Wenzel – Vocals, Acoustic Guitar
Lutz Rahn – Organ, Mellotrone, Piano, Synthesizer
Heino Schünzel – Bass
Hartwig Biereichel – Drums, Percussion

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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