THOU SHALT SUFFER - INTO THE WOODS OF BELIAL (DEMO)


Label:SELBSTVERTRIEB
Jahr:1991
Running Time:19:35
Kategorie: Classics
 

Ich weiß, dass Emperor sehr gut sind und zu den wichtigsten und innovativsten Black Metal-Bands aus Norwegen zählen. Trotzdem konnte ich nie so richtig etwas mit ihnen anfangen, weil sie mir persönlich immer schon zu überladen waren. Im Gegensatz dazu konnte ich aber auch Ildjarn nie etwas abgewinnen. Ich stehe zwar voll auf roh, ungeschliffen und asig, aber das war dann sogar auch mir etwas zu viel des Guten... Warum ich ausgerechnet diese beiden Combos hier in einen Topf werfe? Weil sie dieselbe Vorgänger-Band hatten! Thou Shalt Suffer bestanden aus den beiden Emperor-Recken Ihsahn (damals noch Ygg) an Gesang, Gitarre und Keyboard und Samoth (damals noch Samot, ohne „h“ am Ende) am Schlagzeug sowie Ildjarn (damals noch Vidar) am Bass. Thou Shalt Suffer bestanden nur für kurze Zeit und veröffentlichten 1991 lediglich zwei Tonträger: das Fünf-Track-Demo „Into The Woods Of Belial“ und die 7“-Single „Open The Mysteries Of Your Creation“ mit zwei Songs.

Beide zusammen erschienen mit ein paar zusätzlichen Rough Mixes 1997 auf CD; eine lohnenswerte Anschaffung für jeden Sammler. Das Trio spielte sehr düsteren und atmosphärischen Death Metal. Sie hoben sich jedoch deutlich aus der Masse hervor, da sie das später für Emperor typische, dominante Keyboard bereits hatten; ein Gegensatz, der auf wundersame Weise gepasst hat! Symphonisch waren sie aber trotzdem nicht wirklich. Man erzeugte mit dem Tasteninstrument vielmehr eine wahrhaft schaurige Atmosphäre, die auch heute noch beängstigend klingt. Auch wenn viele norwegische Black Metaller mit Death Metal begannen, hatte die Musik von Thou Shalt Suffer nichts mit den Frühwerken von Darkthrone, Satyricon oder Old Funeral gemeinsam. Sie klangen bereits wie eine räudige Black Metal-Band. Die Riffs waren schnell, das Schlagzeug pendelte zwischen treibender Doublebass, Uffta-Uffta-Rhythmen und Blastbeats. Letztere klingen alles andere als gerade und auf den Punkt.

Aber gerade das sorgte dafür, dass die Musik förmlich pulsierte. Die Mucke wirkt chaotisch, was vermutlich auch an der verwaschenen Produktion liegt, die nicht immer alle Details heraushören lässt. Aber die Besessenheit und der Zielstrebigkeit der Musiker sind immer rauszuhören. Das Demo klingt dämonisch, finster und abgrundtief böse, was nicht zuletzt an den Abruptum-mäßigen Growls liegt, die mit viel zu viel Hall versehen und zu sehr in den Vordergund gemischt sind. Dennoch funktioniert diese abstrakte Klangcollage sehr gut in seiner Gesamtheit. Ihsahn veröffentlichte im Jahr 2000 noch ein posthumes Thou Shalt Suffer-Album namens „Somnium“, das aber Neofolk-/Ambient-Mucke enthielt und mit dem alten Stil leider nichts zu tun hätte. Das Werk hätte er lieber unter einem anderen Namen rausbringen sollen. Wer mal satanischen Death Metal mit Emperor-Keyboards hören will, sollte sich dieses Demo unbedingt mal geben, denn diese Mischung ist auch heute – 35 Jahre später – in dieser Form immer noch einzigartig!

Tracklist:
Into The Woods Of Belial (5:32)
I Seek The Path Of Obscurity (3:45)
Chimera Dimension (3:22)
The Goat Of A Thousand Young (3:05)
Succumb To Vestigia Terrent (3:51)

Line-Up:
Vegard Sverre “Ygg” (“Ihsahn”) Tveitan – Guitars, Keyboards, Vocals
Vidar “Ildjarn” Våer - Bass
Tomas „Samot“ Thormosætter Haugen - Drums

Note: Keine Wertung
Autor: Daniel Müller


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