Das Waltroper Parkfest feiert im nächsten Jahr sein 50. Jubiläum und ist damit eine feste Institution im Ruhrgebiet. Ich habe dort auch schon einige tolle Acts live gesehen, wie z.B. EAV oder The Boss Hoss. In diesem Jahr sollte es also mein oller Kumpel aus dem kultigen CEAG-Probenkomplex Sasha aka Dick Brave sein. Vorher natürlich noch ein Rundgang über eine vielfältige Fressmeile sowie den Spüli-Tab-Verkäufer, der da auch schon seit Jahrzehnten einen Stand hat, bekommt man die Dinger doch mittlerweile problemlos online. Dann ein DJ auf der anderen Bühne, der den Alphaville-Welthit "Forever Young" unverschämt mit Hardcore-Techno diffamierte. Kam alles vom Band oder USB-Stick, aber schien trotzdem seine Fans zu haben.
Die verschiedenen Bühnen brachten somit ein immenses und vielfältiges Publikum zutage, dass auch die direkte Vorband von Dick Brave, Maël & Jonas, mochte. Für mich auch ein Graus der deutschen Popkultur.
Um 20:30 Uhr aber ging es dann los mit Dick Brave und im Publikum waren auch einige im traditionellen Rock'n'Roll-Look gewandet und auch Fans aus allen Bereichen füllten das Festivalgelände. Zuvor labte ich mich noch ein wenig am Mittelaltermarkt mit einem erschwinglichen Kirschbier für vier Euro. Zumindest ist man bei dem Eintrittspreis von 21,- unter sich, ohne alle fünf Minuten angeschnorrt zu werden. Die einzigen Pfandsammler waren Kinder, die sich damit ihr Taschengeld aufbesserten. Hier war die Welt noch für drei Tage in Ordnung. Die Rückseiten der Wellenbrecher für die Front Stage wurden von einigen Leuten zum Sitzen missbraucht. Fand ich aber vor allem für betagtere Semester legitim, denn der Rockabilly der Band ging schnell ins Blut und verführte zum Bewegen. Am Schlagzeug erkannte ich im neuen Bandgefüge den alten Freund Sven Petri, der sonst auch in seiner Showband mitspielt, und der Eröffnungssong "Back For Good" ist auch der Opener des neuen Albums. Man merkte Dick kaum das Alter an, denn er sprang auch mal aufs Klavier sowie auch der Tastenmann ganz in Jerry-Lee-Lewis-Manier sein Bein am Rand während des Spiels ablegte. Dick Brave schaffte es immer noch nach all den Jahren, das Publikum zum Mitmachen zu animieren und so wurde im Takt geklatscht, getanzt oder sogar geschunkelt. Und das zu moderneren Tracks wie "Be The One" von Dua Lipa. Nur eins der Stücke, dass sich durchaus besser als das Original anhörten. Nicht wie zuvor auf der anderen Bühne eben. Das Ganze trug er in schön gekünsteltem Original-Ami-Akzent vor, bis auch mal ein tolles Klaviersolo von Klassik über Blues bis zum Rock'n'Roll das Programm verfeinerte. Aber auch der Gitarrist ließ mal ein längeres Solo ab. Lobend zu erwähnen ein schönes Elvis-Medley und Cochran mit akustischem Kleinbesteck. Spätestens hier wurde es feucht im mich herum, obwohl es diesmal glücklicherweise nicht regnete. Der Frauenanteil war aber auch recht beachtlich. Ebenfalls vom neuen Album eine Ode an Tina Turner mit "What's Love Got To Do" und nach 70 Minuten war es dann mit "Just Can't Get Enough" vorerst vorbei, jedoch mussten die Zugaberufe nicht lange auf sich warten lassen. Eine sehr schöne Loungeversion von "Enjoy The Silence" und es musste noch mal Alarm gemacht werden mit "Walk This Way". 1,5 Stunden voller Spaß und es war wirklich schön, die alten Freunde aus Dortmund (und Umgebung) wieder auf der Bühne zu sehen, die sichtlich Spaß hatten und das Publikum begeisterten.











































