RAVE IN FIRE - SQUARE ONE

| Label: | HIGH ROLLER |
| Jahr: | 2026 |
| Running Time: | 42:43 |
| Kategorie: |
Neuerscheinung |
Das spanische Metal-Quartett Rave In Fire meldet sich mit seinem zweiten Studioalbum „Square One“ eindrucksvoll zurück. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass die Kapelle bisher total an mir vorbei gegangen ist. Vielleicht liegt aber auch an dem Comic ähnlichen Cover, das ich jetzt nicht sofort als Metal Scheibe erkenne. Jedenfalls haben die schon 2015 in Madrid gegründete Formation, mit Sängerin Selene „Sele“ Perdiguero, Gitarrist und Hauptsongwriter Jonjo Negrete, Bassistin Sara Carretero sowie Schlagzeuger Jimi Susanna den Weg in meine Ohrmuscheln noch nicht gefunden, was ich jetzt schleunigst nachhole. Nach dem erfolgreichen Debütwerk „Sons Of A Lie“ aus dem Jahr 2022, geht es mit dem neuen Longplayer straight voran! Produziert wurde das Ganze in kompletter Eigenregie von Gitarrist Jonjo Negrete, was dem Sound eine sehr organische und authentische Note verleiht.
Musikalisch bewegen sich Rave In Fire im klassischen Traditional Heavy Metal und Heavy Rock der 1980er Jahre. Man hört der Truppe die Einflüsse heimischer Legenden wie Barón Rojo oder Obús ebenso an wie internationale Vorbilder à la Judas Priest, Warlock oder Chastain. Ergänzt wird dieses Fundament immer wieder durch gängige Stilelemente aus dem Speed, Thrash und Progressive Metal. Die Band verzichtet dabei auf modische Trends und konzentriert sich vollkommen auf mitreißende Riffs und griffige Hooklines. Aushängeschild der Band ist der ausdrucksstarke Gesang von Frontfrau Sele. Ihre Stimme besitzt eine wunderbar rotzige, kraftvolle Klangfarbe, die Erinnerungen an Doro Pesch oder Leather Leone wachruft. Dynamisches Riffing, treibende Lead-Gitarren und einprägsame Soli runden die Stücke ab.
Textlich bewegt man sich im Bereich klassischer Heavy Metal Thematik, also nicht unbedingt mit wirklichem Tiefgang, aber dafür rockt es umso mehr. In Tracks wie „Dark Poison“ und „Witches’ Hell“ stehen okkulte Motive, dunkle Versuchungen und Hexenmythen im Vordergrund. Mit „Speed And Rave“ wird die leidenschaftliche Hingabe zum Metal zelebriert. Songs wie „Still Standing“ widmen sich hingegen der Standhaftigkeit und dem Überwinden persönlicher Hindernisse. Das atmosphärische „Knightwalker“ führt den Hörer in nächtliche, schattenhafte Welten. Im abschließenden Titelsong „Square One“ greift die Formation Fragen des Neuanfangs und der eigenen Identität auf.
Zu den absoluten Höhepunkten der Platte gehört das melodische „Crown Of Stars“, das mit einem tierisch eingängigen Refrain glänzt. Auch das rasante „Untiring Eagles“ überzeugt mit kompromisslosem Tempo und Thrash Elementen. Der über siebenminütige Titeltrack schließt das Album mit progressiven Ansätzen eindrucksvoll ab. Rave In Fire liefern mit diesem Zweitwerk ein gelungenes Release für Fans des traditionellen Heavy Metal ab. „Square One“ ist somit eine klare Kaufempfehlung für alle, die ehrlichen Metal mit Herzblut und Retro Charme zu schätzen wissen.
Note: 8.5 von 10 Punkten
Autor: Pistol Schmidt











































