BAD BONE BEAST - Die Message ist: Egal wie Kacke es Dir geht, es geht irgendwann auch wieder aufwärts!


Als ich Anfang der Neunziger als Dreizehnjähriger mit Hard Rock und Metal anfing, war die Grunge-Welle gerade groß im Kommen. Damals gab es bei uns noch kein Szene-Gemecker, sondern man fand einfach alles gut: die alte Musik, weil sie zeitlos war und die neue, weil sie frischen Wind in die Szene brachte. Das ist nun schon dreißig Jahre her. Und während heute viele zu spät geborene Pseudo-Hippies einen auf Siebziger Jahre Retrowelle machen, gehen Bad Bone Beast genau den anderen Weg und spielen Musik im Stil der Neunziger, die heute im Nachhinein als kommerziell gilt. Dabei gibt das Trio aus Osnabrück aber eine gute Figur ab und steht ihren Vorbildern in nichts nach. Ich sprach mit Sänger und Bassist Ruben Claro.

logoDaniel: Hi Ruben! Wann und wie kam es zur Gründung von Bad Bone Beast? Und kanntet Ihr Euch vorher schon?

Ruben: Ace hat Ugges ehemalige Band abgefeiert und sogar schon einmal auf dem gleichen Festival gespielt wie sie. Später, während des Studiums, haben die beiden sich näher kennengelernt. Ich habe die zwei dann später kennengelernt, wobei wir hin und wieder mal in den selben Projekten gespielt haben. Dann ging jeder eine Zeit lang eigener Wege. Bad Bone Beast entstand mehr oder weniger aus den Trümmern vergangener Bands, und so haben wir dann wieder zueinander gefunden. Ursprünglich wollte ich mit dem Sänger von Zodiac ein Trio á la Cream ins Leben rufen. Allerdings ging das aus zeitlichen Gründen nicht lange. Bad Bone Beast war da schon der Name des Projektes, den ich nach Absprache mit den anderen mitnehmen durfte für die jetzige Band.

Daniel: Hattet Ihr zuvor schon in anderen Bands gespielt?

Ruben: Ace und ich haben in einer Osnabrücker Band gespielt. Ich habe bei Zodiac Bass gespielt und Ugge hat bei Boozed Drums gespielt.

Daniel: Welche Bands zählen zu  Euren Haupteinflüssen?

Ruben: Ich habe als Kind und Teenager viel Michael Jackson gehört und war dann später kurze Zeit in Prog-Gefilden und auf Toto-Konzerten. Ich habe mich erst relativ spät aktiv mit Rock-Bands der Siebziger bis Neunziger Jahre auseinandergesetzt. Zurzeit stehen bei mir wieder viel Stone Temple Pilots, Alice In Chains, Queen, Foo Fighters, Sepultura und Lenny Kravitz und unzählige weitere Bands auch anderer Genres in meiner Playlist. Ich habe mich musikalisch nie festgelegt. Mich interessiert Musik, die mich gerade bewegt und glücklich macht. Meistens ist das eher handgemachte Musik. Es muss etwas mit einem machen, dann ist es gut. Innerhalb der Band ist der Musikgeschmack sehr divers, und da bin ich persönlich sehr froh drum. Ich liebe es, neue Künstler zu entdecken. Das wechselt fast wöchentlich.

Daniel: Worum geht es in Euren Texten? Gibt es eine bestimmte Message?

Ruben: Ich verarbeite einige bescheuerte Gedanken und Vergangenes oder sogar Aktuelles. Die Message ist: Egal wie Kacke es Dir geht, es geht irgendwann auch wieder aufwärts. Lass Dich nicht hängen, denn Du bist nicht alleine mit Deinem Scheiß. Es gibt tausend Menschen, denen es beschissener geht als Dir. Und irgendwann bemerkst Du, dass Deine vergangenen Probleme ein Witz waren im Vergleich zu Deinen jetzigen.

Daniel: Nach einer EP in Eigenregie wurde das neue Album „Extravaganza“ nun bei Drakkar Entertainment veröffentlicht. Wie seid Ihr mit ihnen in Kontakt gekommen?

Ruben: Drakkar waren nicht die einzigen, die unser Potential erkannt haben, aber die einzigen, die den Mut hatten, mitten in einer Pandemie eine Band zu signen.

bad bone beastDaniel: Wie lange hat es gedauert, die Songs für „Extravaganza“ zu schreiben und aufzunehmen?

Ruben: Viele der Songs sind bereits kurz nach Veröffentlichung der EP entstanden. Wir brauchten mehr Material, um sechzig-siebzig Minuten zu füllen. Damit sind wir dann auf die Bühne gegangen, was dazu beigetragen hat, die Songs weiter auszuarbeiten und zu beobachten, wie das Publikum reagiert. Das waren Songs wie „Truth Or Dare”, „Bonehead”, „Me”, U And I” und „Moving Doll”. Der Rest ist später und teilweise erst im Studio entstanden.

Daniel: Wo habt Ihr aufgenommen, und wer hat produziert?

Ruben: Das Album ist in unserer Probe-Bodega entstanden. Wir haben das unfassbare Glück, die coolsten und liebsten Leute zu kennen, die uns mit dem Nötigsten (und mehr) ausgestattet haben, was es uns sehr leicht gemacht hat, die Platte unter Eigenregie zu produzieren. Ace, unser Gitarrist, hat die ganze Aufnahmeprozedur betreut. Ein mega Engineer! Gemischt und gemastert hat Chris Mock. Wenn Du als Band keine Knete hast, musst Du eben zu einfachen und vor allem sparsamen Mitteln greifen. Das Beste daran ist: Man hört es der Platte gar nicht an!

Daniel: Das Artwork sieht ziemlich cool aus! Von wem stammt es, und wie seid Ihr mit dem Künstler in Kontakt gekommen?

Ruben: Das Cover stammt von Romina Iken und Noelia Ortiz Perez, zwei talentierten Designerinnen aus Düsseldorf. Die zwei machen geilen Scheiß! Noelia kenne ich seit ein paar Jahren, und sie hat sich angeboten, unser Cover zu gestalten. Das Ergebnis ist rattenscharf, und die Zusammenarbeit war extrem befriedigend!

Daniel: Das Artwork schreit geradezu nach einer Vinyl-Veröffentlichung! Ist in dieser Hinsicht irgendetwas geplant?

Ruben: Man kann die Doppel-LP schon überall vorbestellen. Ich freue mich da besonders drauf! Uns war - spätestens als das Artwork auf unserem Schreibtisch lag - klar, dass es absolute Pflicht ist, das Album auf Vinyl zu veröffentlichen. Ein Ohren- und Augenschmaus!

bad bone beastDaniel: Wie sieht es bei Euch eigentlich mit Live-Aktivitäten aus? Habt Ihr trotz Corona-Chaos schon etwas Festes eingeplant?

Ruben: Wir arbeiten daran, Ende des Jahres eine Tour zu spielen, und einzelne Shows ab Frühsommer national wie auch im Ausland stehen bereits. Der Live-Markt erwacht wieder, aber man spürt noch die Folgen einer zweijährigen Durststrecke. Die Veranstalter wollen kein Risiko eingehen, aber wir sind ziemliche Beißer. So schnell lassen wir nicht locker, weshalb wir dieses Jahr noch definitiv von uns hören lassen werden!

Daniel: Wie sehen sonst Eure Zukunftspläne mit Bad Bone Beast aus?

Ruben: Ich lasse mir, sobald der erste Gehaltscheck kommt, erstmal die Brüste machen. Ich liebe Brüste; wieso nicht auch selber welche haben? Die Jungs haben dann etwas zu gucken, und das gibt der Inspiration den Extrakick. Und dann starten wir so richtig durch: Stadien, Privatjets und dicke Villen. Livin´ la vida loca! Ist natürlich alles nur Phantasie (außer das mit den Brüsten vielleicht). Nächstes Jahr beginnen wir sicherlich mit dem Songwriting für Album zwei, und wir wollen versuchen, größere Festivals zu spielen. Vielleicht findet sich bis dahin eine Booking Agentur, die uns dabei unterstützt.

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Autor: Daniel Müller