FABULOUS DESASTER - OFF WITH THEIR HEADS


Label:BLACK SUNSET / MDD
Jahr:2018
Running Time:44:56
Kategorie: Neuerscheinung
 

Während man sich bei den großen Bands, die sich gerade so nach und nach von uns verabschieden, fragt, wer da auf Dauer eigentlich nachrücken soll, kristallisiert sich so langsam heraus, dass die Thrash Metal-Welt – zumindest hier in Deutschland – auch fünfunddreißig Jahre später immer noch in Ordnung ist. War ich anfangs doch überhaupt nicht von all dem Retro-Thrash junger Nachwuchs-Bands begeistert, so hauen mich mittlerweile immer mehr Bands voll auf den Socken! Neben Traitor, Pripjat oder Toxic Waltz zählen ganz klar auch Fabulous Desaster aus unserer alten Hauptstadt Bonn dazu. Ihr 2016 erschienenes Debüt „Hang ´Em High“ fand ich schon ganz geil. Auf ihrem Zweitwerk legen sie noch eine ganze Schüppe drauf! Hier wird eigentlich permanent das Gaspedal ausgefahren; und zwar in jeder Hinsicht. Die Riffs sägen, die schnellen, verspielten Leadgitarren befinden sich ständig auf der Überholspur, ohne jedoch mit Egomanen-Scheiße zu nerven, das Schlagzeug rattert praktisch in einer Tour durch wie ein ICE. Der kraftvolle, rotzige Gesang, der mich ständig an Exodus und Overkill erinnert, könnte kehliger und wütender kaum klingen! Und auch der mitreißende Background-Gesang erwacht alle Festival-Schnapsleichen schon beim ersten Ton wieder aus dem Koma. Verschnaufpausen gibt es hier keine. Scheiß auf Taktwechsel! Lediglich der Titeltrack beginnt zunächst ruhig mit cleanen Gitarren, nur um wenig später in die gewohnte Raserei zu verfallen. Hier ist Ausrasten angesagt! Im treibenden Uptempo ballern Fabulous Desaster alles aus dem Weg, was sich ihnen in den Weg stellt. Ich habe selten ein Album gehört, da vor so viel energischer Spielfreude strotzt! Dazu ist das Zusammenspiel arschtight und die fette, aber niemals klinische Produktion knallt ohne Ende aus den Boxen. Freunde von tiefen Gitarren, getriggertem Schlagzeug und modernem, leblosem Rotz sind hier völlig fehl am Platz. Hier wird das totale Old School-Brett gefahren, bei dem die musikalischen Vorbilder zwar immer allgegenwärtig sind, man Fabulous Desaster aber niemals den Vorwurf eines billigen Abklatsches machen kann. Sie hauen wirklich jede unnötig gehypte Band mal eben so locker vom Platz. Hier geht gehörig die viel zitierte Post ab! Ficken einhundert, Alter! Kaufen! Und zwar jetzt!

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


zurück zur Übersicht