STRATOVARIUS - ENIGMA: INTERMISSION II


Label:EAR MUSIC
Jahr:2018
Running Time:75:08
Kategorie: Compilation
 
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Kaum eine andere Band macht schon in ihrem Namen so eindeutig klar, mit welcher Musik man es zu tun hat, wie die Finnen von Stratovarius. Der Bandname setzt sich zusammen aus Stradivari, dem berühmten Geigenbauer und aus dem Stromgitarrenmodell Stratocaster. Damit wird klar, man hat hier Metal durchzogen von klassischen, symphonischen Einflüssen vor sich. Ein Konzept dass es in Finnland häufiger gibt und dass in Teilen der Szene auch oft sehr gut ankommt. Beweisen tun das unter anderem Bands wie Northern Kings, Sonata Arctica und ja, auch Stratovarius. In den mittlerweile fast drei Jahrzehnten ihres Bestehens, hatten sie so einige Erfolge vorzuweisen und galten einst als Überflieger der europäischen Metal Szene. Doch mit dem Erfolg schien auch die Trägheit Einzug zu halten. Die letzten Veröffentlichungen konnten nicht mehr an die Erfolge früherer Werke anknüpfen. Zuletzt wurde es dann gänzlich Still um die Formation. Da dürften sich doch so einige sehr darüber gefreut haben, als für Ende 2018 dann eine Europatournee angekündigt wurde. Noch dazu erscheint Pünktlich vor dem Tourneestart eine neue Scheibe. Zwar ist „Enigma: Intermission II“, der Nachfolger der erfolgreichen Compilation „Intermisson“ ebenfalls nur eine Best-Of-Scheibe, allerdings gibt es darauf immerhin drei brandneue Songs, so wie vier Orchesterversionen alter Titel. Einer der neuen Tracks, nämlich „Oblivion“ wurde bereits als Single ausgekoppelt. Die Keyboards wirken gerade im Mittelteil etwas poppig und auch sonst wirkt der Sound eher etwas zahmer. Vielleicht wurde genau deswegen dieser Titel ausgekoppelt, da er massentauglicher sein könnte. Für mich ist die Wahl allerdings eher unglücklich, da „Oblivion“ nicht den eigentlichen Sound der Band wieder spiegelt. Deutlich bissiger geht es bei „Burn Me Down“ zur Sache. Hier zeigt Stratovarius, dass sie es immer noch drauf haben. Auch „Enigma“ der dritte der neuen Songs gibt ordentlich Gas. Die enthaltenen Orchesterversionen wurden sorgfältig ausgewählt und gut arrangiert, so dass sie recht geil funktionieren. Allerdings wirken auch sie etwas bissloser und stellenweise sogar lahm. Die übrigen neun Songs zeigen alle Fassetten der Bandgeschichte von Stratovarius. Die Power-Hymne „Hunter“ erinnert, gerade im Refrain etwas an Halloween. „Giants“ besticht mit atemberaubender Geschwindigkeit und für die melancholische Fraktion sind Balladen wie „Old Men And The Sea“ enthalten. Insgesamt könnte man sagen „Enigma: Intermission II“ spiegelt sowohl die Höhen, aber auch einige Tiefen von Stratovarius wieder. Eine Compilation die wohl am ehesten für die Nostalgiker unter den Fans reizvoll sein sollte. Allerdings mit etwas neuem Material als Bonus. Ein neues Studioalbum wäre zwar wünschenswerter gewesen, aber dazu schien der Band die Muse, die Energie, die Zeit oder was auch immer zu fehlen.

Note: Keine Wertung
Autor: Chris Föhrenbach


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