SODOM - BETTER OFF DEAD


Label:STEAMHAMMER / SPV
Jahr:1990
Running Time:49:02
Kategorie: Classics
 
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Nach den Übergängen von Black- zu Thrash Metal ging dieses Thrash ´n Roll Album vielen Sodom Maniacs zu weit. Beim vierten Longplayer ist einiges anders. „Better Off Dead“ ist das bis dato untypischste Sodom Album. An der Gitarre wieder mal ein Wechsel. Diesmal sorgt Neuzugang Michael Hoffmann, zuvor in Diensten von Assassin, mit seinen geilen Riffs und genialen Solos für das nötige Flair. Am Schlagzeug Chris Witchhunter in Bestform. Ein Metronom wird zwar definitiv bei den Recording Sessions nicht anwesend gewesen sein aber Chris besticht hier durch seinen unnachahmlichen Drive und zeigt seinen Nachfolgern ganz deutlich wo der Frosch die Locken hat. Am Bass ist Tom das perfekte Bindeglied zwischen Hoffmann und Witchhunter und seine coolen Gesangslinien geben dem Werk das gewisse Etwas. Schade, dass die Band in dieser Besetzung nur ein Album aufgenommen hat. Weder vorher noch nachher hörten sich Sodom so wie auf diesem Longplayer an. Jetzt mal zu den Songs: Der Opener "Eye For An Eye" geht sofort ins Eingemachte. Ein verdammt starker Beginn. "Shellfire Defense" tritt danach amtlich das Gaspedal durch. Das Gitarrensolo ist Weltklasse. "The Saw Is The Law" muss man nicht näher erwähnen. Wer diesen Hit nicht kennt, ist entweder viel zu spät geboren oder war mit Wilson zu lange auf hoher See. "Turn Your Head Around" ist ein Tank Cover und passt wie Arsch auf Eimer. "Capture The Flag" wird von einem Tribal Drum Intro des absoluten Kult-Drummers eingeleitet. Das Stück schreit förmlich nach einem Moshpit. Danach mit "Cold Sweat" von Thin Lizzy ein weiterer Coversong. Für viele Sodomiter war ein Thin Lizzy Cover echt zu viel des Guten. Egal, mit dieser "Arschlecken frohes Fest" Attitüde darf, nein muss man Phil Lynott huldigen! "Bloodtrails" nimmt dann wieder richtig Fahrt auf ehe man mit "Never Healing Wound" nochmal gekonnt einen draufsetzt. Alter ist das geil! Das Titelstück macht keine Gefangen. Man beachte das gefühlvolle Gitarrensolo im Mittelteil. "Resurrection" ist Toms Vater gewidmet und mehr im Midtempo angesiedelt. Wie anstrengend  wird dieses Lied für Tom wohl im Studio zu singen gewesen sein? Sehr starker Refrain! "Tarred And Fathered" hätte musikalisch auch eine gute Figur auf dem "Agent Orange" Album abgegeben. Den Sack macht "Stalinorgel" zu. Hammerhart und live in Verbindung mit "Bombenhagel" immer eine Macht! Hier tanzt man unten rum einen Boggie während die Nackenwirbel einen auf Feng Shui machen. Großartiger Song! Sodom sind mit dem Nachfolger zu "Agent Orange" nicht auf Nummer Sicher gegangen. Better Off Dead ist anders. Mehr Speed, mehr Rock`n Roll und überaus natürlich und dynamisch. Einfach Phänomenal. Der Sound ist leider etwas zu leise. Der Lautstärke Regler steht in seiner Eingangsstellung ja sowieso auf elf, aber auf fünfzehn  knallt es besser! Auf dem Cover versucht sich Knarrenheinz aus seinem steinernen Grab zu befreien. Das ist ihm ganz gut gelungen.

Note: 9.5 von 10 Punkten
Autor: Jörg Quaquil


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