STEELHEART - THROUGH WORLDS OF STARDUST


Label:FRONTIERS
Jahr:2017
Running Time:40:26
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Eigentlich bin ich für Black- und Death Metal-Krach zu CROSSFIRE geholt worden, den sich alle anderen Redakteure ums Verrecken nicht anhören können. Doch nach ganz vielen anstregenden Brutal Death- und Grindcore-Gewittern muss auch mal eine Poser-Scheibe zwischendurch herhalten. Ein paar alte Recken kommen ja doch hin und wieder mal zurück. Quiet Riot haben ein neues Album am Start, Europe ebenfalls. Nun melden sich auch die Amerikaner Steelheart wieder zurück, deren ersten beiden Alben „Steelheart“ (1990) und „Tangled In Reigns“ (1992) ich sogar noch von früher her kenne. Aber ebenso wie mit den neuen Werken der beiden oben genannten Bands tue ich mich auch mit der neuen Steelheart sehr schwer. Von der damaligen Besetzung sind heute nur noch Sänger Michael „Milijenko“ Matijevic und Gitarrist Chris Risola mit an Bord. Sollte reichen, um das Markenzeichen der Band fortzuführen, oder? Tut es aber nicht… Der Opener „Stream Line Savings“ klingt sperrig, melancholisch und ein bisschen gequält. Auch beim folgenden „My Dirty Girl“ braucht die Band, um in Fahrt zu kommen. Wo sind die sorgenfreien, knackigen Riffs, der mitreißende Gesang und die Mitgröl-Party-Refrains von damals hin? „Come Inside“ klingt auch irgendwie schräg, der Druck des ersten Riffs wird schnell wieder rausgenommen. Irgendwie klingen Steelheart heute viel reifer und erwachsener, aber es stört mich irgendwie. Für ein AOR-Album ist die Grundstimmung ungewohnt düster, was dazu führt, dass hier und da zwar mal ganz gute Ansätze da sind, das Album im Gesamtzusammenhang aber leider überhaupt nicht zündet. Poser Rocker werden sich dieses Album vermutlich ohnehin kaufen, weil sie froh sind, dass es die alten Bands aus den Achtzigern überhaupt noch gibt. Aber seid gewarnt: Auch wenn gute Ansätze natürlich da sind, reichen Steelheart heute zu keiner Sekunde an ihre coole, lockere Frühphase heran…

Note: 5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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