FAUNSHEAD - CAN´T DANCE


Label:BELLFIRE
Jahr:2017
Running Time:45:25
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Wenn es eine Band mit ihrem Debüt in die Kritiken einer renommierten Fachzeitschrift wie "Classic Rock" schafft, muss da ja schon was dran sein. Als international zusammengewürfelter Haufen aus Berlin werden Faunshead hier bezeichnet, die Ende April dieses Jahres ihr Erstlingswerk mit dem Titel "Can`t Dance" rausbringen. Faunhead selbst beschreiben ihre Mucke als Mischung aus "lauten Gitarren, dunklen Basslines, süchtig machenden Schlagzeug-Grooves und hypnotisierenden Vocals". Dann wollen wir uns mal die knappe dreiviertel Stunde des 2014 vom Amerikaner Matt Normann gegründeten Vierers geben. Die dunklen, treibenden Riffer von "The Party" haben schon mal eine Menge von Queens Of The Stone Age, also derbe groovend, mit etwas Psychetouch und in stoniger Manier klasse mitnehmend mit derben Ausbrüchen und Querverweisen zu den 70er-Jahren. Mit ordentlich Stoner und wabernden Psychedelic-Rock und am Mikro so ein bisschen vom Berlin-Lover David Bowie beim Titelsong mit wieder punkig-rockigen Ausbrüchen. Ziemlich ursprünglich mit noch mehr rockigem Punk, klassischem und stimmlich weiter die Blätter paffend dann "Down The Line". Mit fast doomartiger Monotonie eröffnet dann "Everything Is Anything" und wieder dieser urwüchsige Post Punk, Dark Wave, so wie sich das Joy Division wohl mal gedacht haben mit hier ordentlich Fuzzern und ab und zu auch mal tastenähnlichen Klängen. "Nosferatu" geht dann mit dunkelstem EBM/Wave direkt in die Beine und wer will auch in das bangende Haupt. "Lighthouse" knallt dann wieder die Psycheldelic Schiene mit knackigen, queren Fellen und richtig forderndem Drive raus. Richtige Riffer und schwarzwavige Elemente mit vollstem Verzagen und böse anklagend dann beim tiefschwarzen "Night Crawl", während "Wicked" eher wieder die postrockige, postpunkige Schiene mit kräftigen Stonerteilen, Hendrix-Gitarre und hier und da etwas Gothic Rock bedient. "We Are Focused" wartet dann mit coolen Gitarrenteilen, abgehacktem Gesang und eher rotzig-punkigen Tönen auf. Mit ähnlichem Start auch "Captain Jack" und die Fuzzer bleiben in der Bridge während dunkel stonige Gitarren einfach darüber gezimmert werden und so ziemlich eigenwillige Töne zum Groove verleiten und auch bei "Father" am Ende wieder diese Elemente, so dass es fast den Anschein hat, als würden die letzten drei Nummern irgendwie eine Einheit bilden. Viel psycheldelischer Stoner, Post Punk, Post Rock, Dark Wave und auch etwas Classic Rock verpacken Faunshead zu einem guten, interessanten und absolut hörbaren Mix, wenn mir am Ende auch das Gefuzzel doch schon etwas auf die Nerven geht.

Note: 7 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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