VOIVOD - RRRÖÖÖAAARRR


Label:NOISE
Jahr:2017/1986
Running Time:103:40
Kategorie: Re-Release
 
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Voivod aus Kanada waren wohl die Urväter des progressiven Thrash Metals. Sie begannen zunächst als punkige Venom-Kopie und wurden mit der Zeit immer abgefahrener. Nun liegen von Noise Records Wiederveröffentlichungen vor, die es in sich haben, nämlich das zweite Album „Rrröööaaarrr“, das dritte Album „Dimension Hatröss“ und das vierte Album „Killing Technology“, die die Entwicklung chronologisch gut darstellen, allesamt als aufwendige Deluxe Editions. Beginnen wir also mit dem Zweitwerk. CD 1 beinhaltet das Originalalbum. Bereits bei den ersten Tönen wird klar, dass es so schrammelig wie einst beibehalten und nicht extra remastert wurde. Das hätte den ursprünglichen Sound aber auch verfälscht und den alten Charme genommen. Hier klingen sie wie Venom, vor allem von der gesanglichen Phrasierung her, wenn die Musik auch deutlich punkiger und bewusst asiger gehalten ist. Die schrägen Gitarren wurden damals noch als spielerisches Unvermögen abgestempelt, sollten sich aber später als Markenzeichen der Band entpuppen. Bonustracks gibt es hier nicht, dafür aber reichlich auf den Bonus-Discs. CD 2 enthält vierzehn Livetracks aus dem Jahr 1986 in räudiger, aber dennoch hörbarer Bootlegqualität. Zudem liegt noch eine DVD mit Audio- und Videomaterial anbei. Die Songs des ohnehin schön räudigen Debüts sind hier nochmal als Rough Mix Demos zu hören. Dabei erscheint das alte, selbstgezeichnete Democover auf dem TV-Bildschirm. Außerdem gibt es hier auf das allererste Konzert der Band, das als Livetape den Namen „Anachronism – Live“ trug und 1983 mitgeschnitten wurde. Im Videoteil sind die erste US Show im Mai 1986, eine weitere Show aus demselben Jahr sowie zwei Songs zu sehen, die in Kanada gefilmt wurden; allerdings in sehr schlechter Qualität, von überspielten VHS-Kassetten digitalisiert. Diese Box ist vor allem für die alten Fans gedacht, die früher die Bootlegs (MC und VHS) gesammelt haben und ihre alten Bänder entweder schonen wollen oder verloren haben. Wer fanatischer Sammler ist, kann hier zugreifen, muss aber gewarnt sein, dass das Demo- und Livematerial wirklich, objektiv gesehen, Kacke klingt und aussieht. Insgesamt bietet die DVD geschlagene sechseinhalb Stunden reinstes Chaos! Wen nur die drei Alben an sich interessieren, kann auch zur Best Of-Doppel-CD greifen, die kürzlich erschienen ist.

Note: 7.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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