LLNN - LOSS


Label:PELAGIC
Jahr:2016
Running Time:30:19
Kategorie: Neuerscheinung
 
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LLNN sind vier Dänen, die erstmalig 2014 mit ihrer EP "Marks" in Erscheinung traten und nun ihr halbstündiges Debüt mit sechs Songs vorlegen. "Rapture" setzt mit sehr derben Gitarren ein. Dann ein Dröhnen und schließlich apokalyptische Gewalten mit entsprechenden Kreischattacken. Kommt genauso emotional wie extrem lärmend und aggressiv rüber mit irgendwie Ansätzen aus dem Core, derben Metal oder auch in Richtung Sludge gehend mit durchaus auch langsameren melodramatischen Elementen. Nahtlos geht es mit singulären Fellattacken in "Monolith" über und wieder diese böse Wut und richtige Aggressionen mit wieder langsameren, ja vielleicht im dunkelsten Post Metal geborenen Phasen. Auch sehr unheimlich daher kommend. Die Stille packend beginnt "Calamity" und nachfolgende Gitarren weisen klar erkennbare Rhythmen auf, ehe das Mikro wieder alles rausrotzt und eher Disharmonien die Hörgefilde malträtieren. Elektronische Momente und postrockige Ansätze beim Titeltrack "Loss", der bislang am hörbarsten dahin scheppert mit hier auch helleren Gitarren, Tasten und ja, versucht harmonisierendem Zusammenspiel mit hier dann übergewichtigen Synthesizern und entsprechend dunklen Soundteppichen. Auch "Depths" geht ungewohnt, aber eher bedächtig rein mit hier klaren Postteilen. Das bissige Mikro hier im Einklang mit kräftig reingehenden Melodien. Irgendwie kommt mir hier phasenweise auch der Soundtrack von "Das Boot" ins Gehör. Ihr erinnert Euch, diese dunkle Stimmung und zwischendurch dieses Klicken des Echolots. Technisch, futuristisch auch hier die Klänge mit aber einer gewissen Melodramatik. Ihr merkt schon, man ist versucht zu beschreiben was man hört, wie es sich anfühlt und was man dabei denkt, da es sonst kaum zu fassen ist. "Voyager" kommt mit den elektronischen Angriffen wie ein verwesender, alternder, ja dem Grauen naher Jean Michel Jarre daher. Versteht mich nicht falsch. Jarre hätte solche Töne nie herausbringen wollen, die Klangvolumina führen aber in seine Sphären. Ich kann damit nur bedingt was anfangen. LLNN nehmen ihre Sache auf jeden Fall ziemlich ernst und wollen, wider jeglich hörbaren Melodien, unbedingte Aufmerksamkeit erhalten. Okay, dann hört einfach mal rein und lasst Euch auf diese Experimente ein. Ich kann hier nur mit Mittelmaß bewerten, da ich bei weitem nicht genügend Verständnis für auch nur eine annähernd objektive Betrachtung besitze. In mir vorliegenden Reviews werden orientierend immer mal wieder die mir gänzlich unbekannten Neurosis, Isis, Cult Of Luna, Crown oder auch Celeste genannt.  

Note: 6 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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