WARRANT - ROCKAHOLIC


Label:FRONTIERS
Jahr:2011
Running Time:53:26
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Puuh! Wenn es um alte Heroes der goldenen Zeit geht, werde ich immer etwas wehmütig. Besonders dann, wenn man versucht an alte Glanztaten mit neuen Mitgliedern anzuknüpfen. Jani Lane war eigentlich "der" Sänger, mit dem man auch die ersten drei erfolgreichen Alben in Verbindung bringt. Über die drei vom Grunge-Rock überschatteten Alben "Ultraphobic", "Belly To Belly" und "Under The Influence" legen wir mal lieber das Tuch des Schweigens. 2004 schlug Sänger Jaime St. James (ex-Black `n` Blue, ex-Keel) auf und sang zwei Jahre später das verheerende "Born Again" ein. 2008 dann urplötzlich die Reunion in Originalbesetzung, die gerade Mal für ein Festival hielt. Schade, denn nun musste man schließlich wieder das große Problem des vakanten Fronters lösen. Man wurde mit dem ex-Lynch Mob Shouter Robert Mason fündig. Kann sein, dass ich heuer etwas weniger Anfahrt-Schwierigkeiten als meine Kollegen habe, aber ich finde, das "Rockaholic" gar nicht so schlecht geworden ist.
Robert passt gut zur Band, man spielt den Sound der 80er-Jahre und die Produktion ist fett. Natürlich ist es kein Warrant-Album im herkömmlichen Sinne der Anfangsjahre, aber das hat doch nicht wirklich jemand erwartet, oder? Und wer weiß, ob es mit Jani geklappt hätte, der selbst in der Vergangenheit genug Material verhunzt hat. Gleich die ersten drei Beiträge "Sex Ain`t Love", "Innocence Gone" und "Snake", klingen im direkten Vergleich zum Vorgänger frisch und kick-ass-mäßig. Sie haben Groove und durch Robert ein Gemisch zwischen Warrant und Lynch Mob parat. Finde ich gut. Klar war ein Filler zu erwarten und der wird durch das sperrige "Dysty`s Revenge" erfüllt. Dafür haut mich die Ballade "Home" komplett aus den Socken. Gar nicht so seicht und dennoch irrsinnig emotional. Ein richtiger Sommerhit. Und gleich im Anschluss knallen die Poser mit "What Love Can Do" den zweiten Überfliegen in den Ring. Da lässt ein bisschen Danger Danger durchblicken. Wirklich cooler Gesang. Das hätte Jani auch nicht besser gemacht. "Life`s A Song" ist vielleicht nicht der ganz große Wurf, hebt sich aber vom Einheitsbrei mancher Combo deutlich ab. Auch wenn mein Geschmack mit zwei oder drei weiteren Songs nicht ganz getroffen wird, komponierte man mit "Found Forever", dem treibenden "Candy Man" und dem traurigen "Teras In The City" weitere Highlights. Selbst der abschließende Nackenbrecher "The Last Straw" steht der Band recht gut. Mit diesem Album wurde viel Boden wieder gut gemacht. Wenn jetzt das nächste Werk noch ein oder zwei Treffer landen kann, sollte selbst der letzte Fan vergangener Zeiten überzeugt sein, ansonsten ist er nur ein sturer alter Muffel.

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Steve Burdelak


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