JAMESON RAID - UNINVITED GUESTS


Label:SELBSTVERTRIEB
Jahr:2015
Running Time:56:26
Kategorie: Eigenproduktion
 

Raritäten, Wunder und Paradiesvögel, aber auch nicht eingeladene Gäste. Die Bereiche des Heavy Metal sind weitläufig in alle Richtungen verzweigt und nur der Fan entscheidet, was für ihn zählt und was nicht. Die Zusammenkunft von Jameson Raid aus Birmingham geht bis in das Jahr 1975 zurück. Obwohl sie mit der 1979 veröffentlichten Single "Seven Days Of Splendour", die noch immer das musikalische Aushängeschild der Band ist, als debütierender Output ganz klar der New Wave Of British Heavy Metal angehören, werden sie nicht von allen Fans dieser Bewegung gehört. Und das liegt nicht daran, dass "Uninvited Guests" ihr erstes Album ist, vierzig Jahre nach Gründung übrigens, denn das geht vielen Bands der New Wave of British Heavy Metal so, erst jetzt ein Longplaydebüt zu bringen. Der Kenner unterscheidet da zwischen anderen Kriterien. Werden inzwischen doch klar moderne Einflüsse mit verarbeitet, sind zumindest ihre Wurzeln immer noch klar erkennbar. Die Spuren von Marshall Law Gitarrist David Rothan müssen zum Solo übereinander gelegt werden, damit das Riff währenddessen weiter brät. Angesichts der Tatsache, dass der füllige Gitarrensound recht heftig kommt, heftiger als es die Vocals von Terry noch können, macht das aber knapp die Hälfte. Geschenkt auch, dass Terry in "SS Idol Tearz" mit seinen Vocals nah an Saxons Biff gelangen kann, weil Tribut ja eher charmant ist, auch wenn man länger im Geschäft weilt. Die Headliner des Brofests 2015 blenden in "Metal People" Fanreaktionen ein, was an sich ganz nett ist, den Song aber unecht wirken lassen. Die Songs "9 Reasons" und das Titelstück stammen noch aus der Zeit, als Neudi an den Drums saß und Kalli Coldsmith in die Saiten drosch. Beide Roxxcalibur Members sind heute nicht mehr dabei; "9 Reasons" war aber schon auf der 2014 erschienenen EP gleichen Titels zu hören, die damals auch von Kalli produziert wurde. Den Mannen um Sänger Terry Dark und Bassist Peter Green muss trotz allem ein mehr als anständiges Album bescheinigt werden, zumal einiges unangreifbares Zeug darauf enthalten ist. Da bilden der Opener "Mr. Sunset", das Titelstück oder das eingängige "Roll On Tomorrow" nicht die einzigen Ausnahmen von dem Material, in dem sonst nur Puristen mit der Lupe nach Abtrünnigem suchen.

Note: 7.5 von 10 Punkten
Autor: Joxe Schaefer


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