BURIAL VAULT - Das Beste aus beiden Welten


Burial Vault ist eine Melodic Death Metal-Band aus Niedersachsen, die hier noch weitgehend unbekannt sein dürfte. Erst 2006 haben sie sich gegründet und kürzlich ihr Debüt-Album „Ekpyrosis (Periodic Destruction)“ veröffentlicht. Grund genug also, um sie euch etwas näher zu bringen. Denn verdient haben sie es auf jeden Fall!

 

BURIAL VAULT logo INTI 2012Daniel: Hallo Raimund! Erzähl uns doch zunächst etwas über die Gründung, den Werdegang und die Veröffentlichungen von Burial Vault!

Raimund: Hallo Daniel! Wie du ja bereits erwähnt hast, wurde die Band 2006 gegründet und seither haben wir zwei EPs in Eigenregie veröffentlicht („… There Is No Resort“ und „Come To Grief“). Darüber hinaus haben wir eine Menge Club- und Festival-Gigs in Deutschland und den angrenzenden Niederlanden absolviert, u.a. haben wir auf dem Legacyfest 2009 und dem Metalfest Germany 2010 gespielt.

Daniel: Ihr nanntet Euch zuvor Carbacan. Warum habt Ihr Euren Namen geändert? Oder war das eine andere Band? Hattet Ihr damals noch einen anderen Stil?

Raimund: Es war so, dass unsere Gitarristen Tobias und Alexander sowie unser damaliger Bassist Eugen unter diesem Namen 2004 angefangen haben, eigene Songs zu schreiben. Diese haben sie dann zu dritt mit Hilfe eines Drumcomputers geprobt. Als unser ehemaliger Drummer Daniel und ich als Sänger 2006 dazu kamen, haben wir uns dazu entschlossen, dieser nun vollständigen Band einen neuen Namen zu geben. Wir haben uns dann gemeinsam für Burial Vault als Namen entschieden. Ein anderer Stil wurde unter Carbacan nicht gefahren, denn einige der Lieder sind nach dieser „Quasi-Gründung“ mit Texten versehen worden und finden sich auf unserer Debüt-EP „… There Is No Resort“.

 

Daniel: Wusstest Du eigentlich, dass es Anfang der 90er bereits in Frankreich eine Deathmetal-Band namens Burial Vault gab, die zwischen 1991 und 1993 vier Demo-Tapes veröffentlicht hat?

 

Raimund: Ja, das weiß ich. Als wir uns damals für diesen Namen entschieden haben, wussten wir dies natürlich nicht. Wir suchten nach einem Namen, der sofort nach extremem Metal klang, sprich Death und Black Metal. Burial Vault gefiel uns sofort und deswegen entschieden wir uns für diesen Namen. Nachdem es die Band dann etwa ein Jahr gab, kam uns plötzlich durch einen Bekannten zu Ohren, dass dieser eine Band im Internet gefunden habe, die Anfang der 1990er den gleichen Namen trug. Wir haben uns aber selbstbewusst dazu entschieden, den Namen zu behalten. Wir finden, dass der Name einfach perfekt zu unserer Musik passt, da „Grabgewölbe“ (deutsche Übersetzung) auch so viel Raum für Assoziationen lässt. Wir sehen es als fiktives Mahnmal für die menschlichen Abgründe.

 

Daniel: Ihr hattet ja zunächst zwei EPs veröffentlicht, bevor es zum Debüt-Album „Ekpyrosis (Periodic Destruction)“ kam. In welchem Format sind sie erschienen? Und sind sie heute immer noch erhältlich?

 

Raimund: Die beiden EPs haben wir selbst pressen lassen und auf CD veröffentlicht. Bei unseren Gigs haben wir sie dann verkauft. Unsere erste EP „… There Is No Resort“ ist nun schon einige Zeit vergriffen, aber von unserer zweiten EP „Come To Grief“ haben wir noch ein paar Exemplare. Bei Interesse kann man uns einfach per Mail kontaktieren: burial_vault@gmx.de.

 

Daniel: Wie seid Ihr an den Deal bei „Apostasy Records“ gekommen?

 

Raimund: 2010 haben wir einen Gig in Bielefeld gespielt und dabei hat uns auch der heutige Apostasy-Boss Tomasz gesehen. Er zeigte sich sofort begeistert und per Mail haben wir immer den Kontakt gehalten. Nachdem wir das Album aufgenommen hatten, war er dann auch einer der ersten, die das Material zu hören bekamen. Eine Weile später sagte er uns dann, dass er ein neues Label aus der Taufe heben wolle und fragte, ob wir Interesse hätten. So kam dann eins zum anderen. Wir wollten natürlich gerne bei jemandem signen, der selbst voll hinter der Musik steht!

 

Daniel: Wieso hat das Album eigentlich noch einen zusätzlichen Titel in Klammern gesetzt? Handelt es sich um ein Konzept-Album? Und wird es auch eine Vinyl-Version davon geben?

 

Raimund: Der zusätzliche Titel ist wie so eine Art zusätzliche Definition des Titels. Es steckt kein geschlossenes Konzept hinter dem Album, aber es gibt einen gemeinsamen Konsens der Texte. In allen Texten geht es darum, wie wir Menschen seit Jahren gegeneinander kämpfen und das auf vielfältige Weise. Im Mittelalter hat die Kirche nach „Ketzern“ gesucht und diese Deklaration war für sie wie ein „Freifahrtschein“ für eine unmenschliche Folter. Im Zweiten Weltkrieg machten die Nazis dies mit den Juden. Aber mit den erwähnten „Kämpfen“ ist nicht zwangsläufig immer das Kämpfen mit physischen Waffen gemeint. Heute wird man in Schach gehalten, indem persönliche Daten u. ä. observiert und überwacht werden. Dabei gehen staatliche Einrichtungen wie auch Einrichtungen im Internet immer weiter. Die “Mächtigen“ kämpfen heute um Daten. Die Mittel, die unter der Hand dazu genutzt werden, sind zwar subtiler, aber oft nicht minder grausam. Wie in einer Blase lebt der Mensch und weiß oft nicht vor und nicht zurück. So scheint es dann noch Leute zu geben, die sich über psychische Krankheiten, etc. wundern. „Ekpyrosis“ stammt aus dem Altgriechischen und meint den Weltuntergang im Feuer. Dieser tritt periodisch immer wieder auf. Danach entsteht die Welt im Palingenesis neu. Wir fanden die Idee interessant, dass die Welt sich immer wieder selbst zerstört. Dies haben wir auf den Menschen übertragen und die Tatsache, dass Menschen nie aus den Fehlern, die vor ihrer eigenen Generation gemacht wurden, lernen. Ein Mensch lernt nur aus Fehlern, die er selbst begangen hat. Rein metaphorisch kann man also sagen, dass der Mensch die Schuld an dem nächsten „Ekpyrosis“ selbst trägt. Über eine Vinyl-Veröffentlichung haben wir bislang nicht nachgedacht. Es wäre aber durchaus interessant für uns. Musik bekommt durch das Vinyl-Format oft mehr Aufmerksamkeit. Gerade in den heutigen schnelllebigen Zeiten von digitalen Musikformaten denke ich, dass Musik eine andere Wertschätzung erfährt, wenn man sie auf Vinyl hört, da gerade in diesem Bereich eher wirkliche Musikliebhaber die Hörerschaft sind.

 

Daniel: Wovon handeln Eure Texte so?

 

Raimund: In den Texten geht es, wie bereits erwähnt, um sozialkritische Themen, die einem im Alltag prinzipiell an jeder Ecke begegnen, aber auch menschliches Fehlverhalten in der Vergangenheit als Wachmacher für heute. Um hier mal exemplarisch ein paar konkrete Themen vom Album zu nennen: „Those Things Wich Were Thought Can Never Be Unthought“ handelt vom Überwachungsstaat. Es geht um einen Mann, der für den Staat Überwachungsmaßnahmen entwickelt und durchgesetzt hat und irgendwann selbst als „Gefahr“ angesehen wird, da er zu viel über ebenjene Maßnahmen weiß. In „Weapon Without A Choice“ geht es um die Ausbildung von Kindern zu „Kampfmaschinen“ und wie sie dies verarbeiten. Aber ich möchte auch nicht zu viel vorweg nehmen. Ich denke, dass jetzt eine grobe Richtung zu erkennen ist und wer Interesse hat, sollte sich gerne mal das Booklet schnappen und darin schmökern. Wir möchten natürlich auch, dass der Hörer seine eigene Interpretation der Texte hat und sich damit identifizieren kann. Das ist uns wichtig.

 

Daniel: Welche Bands haben Euch beeinflusst?

 

Raimund: Das ist wirklich eine schwere Frage. Zum einen findet man in unserer Musik sicherlich viele Einflüsse aus dem klassischen Melodic Death Metal wie auch Blackened Death Metal, aber die Musik, die jeder einzelne von uns hört, ist sehr vielfältig und unterschiedlich. Zu Anfang waren sicher alte In Flames, Dark Tranquillity und auch frühe Amon Amarth ein Einfluss. Das Ganze hat sich aber immer weiter entwickelt. Wir lieben alle Death und Dissection sehr, hören aber auch gerne mal in Scheiben von Obscura, Nevermore, Atheist, Enslaved, Kreator, Sepultura, Vital Remains, The Faceless, Annihilator, Deep Purple oder Pink Floyd rein.

 

BURIAL VAULT band INTI 2012Daniel: Ihr spielt Melodic Death Metal. Was macht für Euch den Reiz aus, Death Metal mit Melodien zu vereinen, anstatt „nur“ Death Metal oder „nur“ Melodic Metal zu machen?

 

Raimund: Es ist eine schöne Melange aus beidem da. Man hat die Härte und Aggression des Death Metal und hat auf der anderen Seite dieses große Spektrum an Melodien. Es macht Spaß damit zu spielen, dass es zwei scheinbar so gegensätzliche Dinge sind, die sich dann aber doch sehr gut ergänzen. So kann man einen bestimmten Part durch eine starke Melodie aufbauen, um dann im nächsten Moment einen Wutausbruch loszulassen. Tobias (Gitarre) als unser Hauptsongwriter hat ein wirklich gutes Händchen dafür, das Beste aus beiden Welten zu verwenden und das alles dann mit Einflüssen aus Black und Thrash Metal sowie progressiven Ansätzen zu würzen.

 

Daniel: Mich hat überrascht, dass Du sowohl die Growls als auch den melodischen Gesang komplett selbst übernimmst. Wie machst Du das live? Spielt Ihr überhaupt live? Und hast Du jemals darüber nachgedacht, den Gesang auf andere Bandmitglieder zu verteilen, um Dich selbst etwas zu entlasten?

 

Raimund: Melodischer Gesang könnte jetzt etwas irreführend klingen. Ich würde es eher als Blackmetal-artigen Kreischgesang bezeichnen. Ich übernehme sowohl im Studio, als auch live alle Gesangsspuren. Als ich zur Band gestoßen bin, wurde mir, was das angeht, immer freie Hand gelassen und ich fing an, bestimmte Parts durch höher angelegte Vocals zu betonen. Das habe ich dann irgendwann als festes Stilmittel für bestimmte Passagen eingesetzt. Es macht mir wirklich riesigen Spaß, das ganze so variabel wie möglich zu halten. Das Verteilen des Gesangs würde mir sehr schwer fallen, da ich es einfach zu gerne mache und ich gefordert werden will.

 

Daniel: Welche Zukunftspläne habt ihr noch mit Burial Vault?

 

Raimund: Wir wollen so viele Auftritte wie möglich mit „Ekpyrosis (Periodic Destruction)“ im Gepäck spielen und fleißig weiter an neuer Musik arbeiten, um noch möglichst lange weiter machen zu können!

 

Daniel: OK, Raimund! Die letzten Worte gehören Dir!

 

Raimund: Wir hoffen, dass euch unser Album gefällt und wir uns schon ganz bald auf einem unserer Konzerte sehen!

 

Reinhorchen könnt ihr hier:

 

http://www.myspace.com/burialvaultband

 

http://www.facebook.com/burialvaultband

 

 

 



Autor: Daniel Müller