FERDY DOERNBERG - TRAVELLING LIGHT

| Label: | REBELLION |
| Jahr: | 2010 |
| Running Time: | 73:38 |
| Kategorie: |
Neuerscheinung |
Nach seinen vielfältigen Aktivitäten im Metal Genre taucht der Kopf von Rough Silk und Keyboarder von Axel Rudi Pell im Singer/Songwriter Milieu ab, was keinen negativen Beigeschmack haben soll, denn das Album ist der reine Wahnsinn. Es gibt sechzehn verspielte Songs, von denen der letzte in zwei Teile aufgebrochen wurde. Ferdy selbst legt großen Wert auf die Aussagen seiner Texte. Er hat mir deshalb eine Datei gemailt in der alles akribisch erklärt wird. Eine gewaltige Arbeit, nur leider würde es den Rahmen eines Reviews sprengen auf alles näher einzugehen. Sein Witz und Charme ist ihm als Halbengländer nicht verloren gegangen, gerade dann, wenn er sich schwierige Themen zur Brust nimmt, aber es regiert nie der erhobene Zeigefinger. Das Album klingt musikalisch aber eher amerikanisch, bedingt durch die musikalischen Einflüsse wie Blues und Country, dem Aufnahme-Ort New York und verschiedenen Instrumenten wie der Dobro oder einer Slide-Guitar. Doch nicht alles ist besungen. Mit einem Faible für instrumentale Songs lässt er sich seine Einflüsse anmerken. Der dreizehnte Beitrag, "Wha-Woof", ist genauso gefühlvoll wie das Intro "Does A Dobro Rust When You Play It In The Rain". Am besten jedoch wirkt der erste Teil des sechzehnten Stücks, "Django Meets The Undead Scotsman". Illustre Titel, aber Ferdy arbeitet visuell, will heißen, er schreibt für einen imaginären Kinofilm. Der zweite Part des letzten Tracks features Johnny Gioeli (Sänger bei Axel Rudi Pell) und nennt sich "Mutants At The Shopping Mall". Natürlich gibt es weitere Gastsänger/innen. Auf „May God Save Us From Religion“ gibt sich Joseph Parsons (Parsons/Thibaud) ein Stelldichein (sehr unspektakulär) und „Integrity“ wird von Sabina Claasen (Holy Moses) und Michael Hankel (Gitarrist von Holy Moses), bearbeitet. Allerdings dürft ihr nicht mehr als fiese Growls erwarten. Wie gesagt, musikalisch bedarf es hier eines toleranten Zuhörers, denn allein schon vom Gesang her bietet Ferdy eine Mischung zwischen Alice Cooper, Steve Marriott von Small Faces, ein bisschen Mick Jagger von The Rolling Stones und jede Menge Tom Petty, wie bei „In Search Of A Catchy Chorus“. Dies ist ein Song in ganz eigenem Stil und ganz großes Kino. „E.T. Phone Home“ fängt mit einem Cover-Part an. Der klingt verdammt nach „A Walk on The Wild Side“ (im Original von Lou Reed). Ein bisschen US-Rock a la Bruce Springsteen schleicht sich auf „A No-Haired Hippie Like Me“ ein. Das balladeske Stück „Keep Me In Your Heart When I´m Gone“ erinnert mich an den etwas unbekannteren Fronter Conny Conrad. Auf „Jugband“ ist es vier Uhr morgens und die Barhocker gehen hoch (ein Bier für den Mann am Klavier, haha). Die Südstaaten-Ballade „You Don`t Know What You`ve Got Till It`s Gone” ist der beste Beitrag des Albums. Dann ist da noch eine weitere Ballade mit „The Suburbs Of Paradise“ die im Tenor von Tom Waits ertönt. Also, Zeit nehmen und genießen. Ferdy hat heuer echt was zu sagen.
Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Steve Burdelak











































