ARCHGOAT - NIGHTBRINGER, LIGHTBRINGER


Label:DEBEMUR MORTI
Jahr:2026
Running Time:41:23
Kategorie: Neuerscheinung
Import
 

Es gibt Bands, von denen man denkt, dass sie in ihrem Stil so limitiert sind, da es eigentlich kaum Spielraum gibt. Man denkt zuerst an AC/DC oder Motörhead, aber auch im Extreme Metal gibt es dieses Phänomen. Ich habe das auch immer von Archgoat, den 1989 gegründeten finnischen Urvätern des War-/Death-/Black Metal, gedacht. Im Prinzip klingen alle Alben von ihnen gleich. Man weiß immer, was man bekommt. Das ist an sich auch dieses Mal so, aber irgendwie auch nicht. Auf ihrem nunmehr sechsten Studio-Album „Nightbringer, Lightbringer“ ziehen sie alle Register ihres Könnens und klingen überraschend innovativ. Nicht falsch verstehen!

Es gibt immer noch den alten Sound zu hören, aber irgendwie klingt alles etwas geordneter, und das, ohne bei den True Worshippern auf Hochverrat zu stoßen! Das obligatorische Intro wird mit tief verzerrte Stimme diabolisch gesprochen, bevor es richtig losgeht. Dann geht es erst einmal los wie immer. Schnelle Riffs, flotte Uffta-Uffta-Takte, „stehende“ primitive Blastbeats und tiefer gurgelnder Growlgesang voller blasphemischer Hasstiraden stehen wie gewohnt an der Tagesordnung. Aber die Finnen sind irgendwie „songdienlicher“ geworden. Immer mal wieder wird alles mit doomigen Riffs, seichten, gespenstischen Keyboards und Kirchenglocken aufgelockert.

Alles klingt wie aus einem Guss. Verschnaufpausen gibt es keine. Die Atmosphäre ist finster. Das liegt vor allem an der geilen Produktion, die zwar dumpf, aber auch differenziert klingt. Vor allem das Schlagzeug klingt sauber und natürlich. Das treibende „The Stygian Millennium“ in der Albummitte sticht deutlich hervor. Besser kann man diesen Stil einfach nicht spielen! Für mich jetzt schon eines der absoluten Highlights in diesem Jahr! Das für die Band typische Artwork erfüllt ebenfalls alle Erwartungen, und das Album ist auf CD und Vinyl erhältlich. Fans von Sarcofago, Blasphemy und Beherit kommen an der neuen Archgoat definitiv nicht vorbei!

Note: 10 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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