Ganz überraschend gab es dann doch noch eine Zusage für die heutige Show. Diese war bereits wenige Minuten nach Ankündigung ausverkauft! Klar, wenn eine Band mit diesem Bekanntheitsgrad beschließt eine Clubtour zu machen, liegt das logischerweise auf der Hand. Dementsprechend hoch war deswegen die Nachfrage nach Presseakkreditierungen und Fotopässen. Vor der Venue stand schon eine nicht enden wollende Schlange und zusätzlich die fünfundzwanzig Leute, die mal eben einen Aufpreis von einhundertfünfzig Euro für das V.I.P. Upgrade gezahlt hatten. Der örtliche Flaschenpfandsammler machte jedenfalls ein gutes Geschäft. Nach dem regulären Einlass dann eine kleine Enttäuschung, denn den versprochenen Fotograben gibt es dann leider doch nicht. Dass erschwert die Sache ein wenig, da es proppenvoll und jetzt schon dementsprechend heiß in der Hütte ist. Dafür begrüßen wir, das es heute keine Supportband gibt und der Hauptakt ein volles Programm spielen kann.
Auf die Minute genau ging es dann los, als Intro hämmerte „Ace Of Spades“ von Motörhead und das Bandeigene Instrumentalstück „Tear Down The Walls“ aus der Sound Anlage. Jetzt kommen Arch Enemy auf die Bühne und werden mit frenetischem Jubel begrüßt! Ich bin sehr gespannt, denn ehrlich gesagt fand ich sie die letzten Male wo ich sie live erlebt habt, alles andere als überragend. Aber da ist auch schon Lauren Hart (ex Once Human), die neue Sängerin der schwedischen Kapelle. Lauren wurde in Kalifornien geboren, zog dann aber nach Australien. Kurz bevor sie mit Logan Mader (ex Machine Head, ex Soulfly, ex Once Human) in Kontakt kam und ihre professionelle Musikkarriere startete, zog sie nach Los Angeles.
Aber heute Abend ist sie hier in Colonia und reißt die Hütte ab! Eine absolute Urgewalt, die diese zierliche und absolut durchtrainierte Lady da entfesselt! Unfassbare Energie die alles in den Schatten stellt, was man von dieser Truppe die letzten Jahre geboten bekommen hat. Extrem Publikumsnah, immer wieder berührt sie die Fäuste und „Pommes Gabeln“ der Fans, schenkt jedem ein Lächeln und überzeugt auf ganzer Linie. Das ist der „Missing Link“ der gefehlt hat! So geht Melodic Death Metal! Und auch der Rest zeigt sich von seiner besten Seite, das letzte verbliebene Gründungsmitglied Michael Amott an der Lead/Rhythmusgitarre, Joey Concepcion ebenfalls an Lead/Rhythmusgitarre, Bassist Sharlee D'Angelo und Daniel Erlandsson am Schlagzeug.Jede Sekunde macht Riesen Spaß, obwohl die Temperaturen im Club Volta mittlerweile Sauna Niveau erreicht haben.
Der größte Teil der hier Anwesenden dürfte schon klatschnass sein, da scheinbar auch keine Klimatisierung installiert ist. Trotzdem sind alle gut drauf, es gibt keinen Stress, weil die Band einfach abgefeiert wird. Und alte wie neue Fans sind sich einig, mit Lauren am Mikrofon gewinnen die Lieder ihre ursprüngliche Härte zurück. Selbstredend wird die Lady dann auch lautstark bejubelt und ohrenbetäubende „Lauren, Lauren“ Rufe erfüllen die Halle. Die so Gefeierte ist fast schon ein wenig verlegen und absolut überwältigt von der Publikumsresonanz. Aber davon ab, hätte das Tourmotto „Back To The Root Of All Evil“ nicht besser gewählt werden können. Die recht flache Clubbühne, die fehlenden Barriers und der direkt Blickontakt mit den Musikern erzeugen eben jene intime Atmosphäre, die in einem Stadion niemals herrschen wird. Dass die Leute auch jeden Song mitsingen, braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden.
Irgendwann schwenkt Lauren dann die große Arch Enemy Fahne und hat sichtlich Spaß daran. Somit geht dann nach guten hundert Minuten die Show zu Ende, während bei den Zugaben große rote und schwarze Luftballons mit dem Band-Logo über die Köpfe der Meute geschubst werden. Für mich und bestimmt auch für alle anderen Konzertbesucher, ist die gerade erlebte Show ein absolutes Highlight! Mit den beiden Instrumentals „Enter The Machine“ und „Vox Stellarum“ klingt dann der geile Abend, oder sollte ich besser sagen der totale Abriss, aus. Erzfeind, ich habe dich wieder auf dem Schirm! Bis zum nächsten Mal!
Setlist: Silent Wars, Taking Back My Soul, The First Deadly Sin, Ravenous, War Eternal, To The Last Breath, Blood Dynasty, Bury Me An Angel, Under Black Flags We March, The Eagle Flies Alone, No Gods No Masters, I Am Legend/Out for Blood (Instrumental/First Part Only), Dead Bury Their Dead, Burning Angel, Dead Eyes See No Future, We Will Rise, Blood on Your Hands, Snow Bound, Nemesis, Fields of Desolation











































