LARK, RA, DOGFIELD

Köln, MTC, 17.04.2026

Lark - IntroSeit Jahren gehe ich auf Konzerte, die mehr im Underground-Bereich liegen. Zu neunzig Prozent sind die Etablissements leer. Das kann natürlich verschiedene Gründe haben: das Geld ist knapp, zu wenig Promotion, der Club ist mies, das Angebot in der Stadt ist stark mit ähnlichen Events belastet und erhöht die Konkurrenz, oder mein Musikgeschmack ist einfach kacke, haha. Nein, ehrlich, wenn drei Acts in einem Club in Köln auftreten, erwarte ich, dass zumindest jede Gruppe es schafft, zwanzig Fans aufzurufen und nicht alle drei Bands zwanzig Zuschauer zusammen. Da ist noch mehr im Argen. Das kann weder den Musikern noch den Anwesenden Spaß machen und Geld verdient sowieso keiner. Wie dem auch sei, legen wir mit der Vorgruppe los.

 

DogfieldIm MTC war ich das letzte Mal vor gefühlten hundert Jahren als die Kölner Gun Barrel gerade groß durchstarteten. Eine verschwitzte volle Hütte. Heuer konnte man, wie eben erwähnt die Gäste an vier Händen abzählen, plus eine wilde Fotografin die sich ziemlich oft vor der Bühne auf dem Boden rumkrebste um bessere Pics zu erzielen. Den Auftakt machte Dogfield, eine Coverband. Gähn! Keine Ahnung warum heutzutage so viele Covergruppen existieren. Mal abgesehen von Völkerball oder Queen Kings mit hohem Niveau gehört sowas doch eher auf ein Stadtfest als auf einem Metalkonzert. Dogfield waren so unspannend wie Omas Socken. Kaum Action auf der Bühne, völlig abgenudelte Tracks und so gar nicht mit Überraschungen am Start. Das Konzept sollte sich die Band überlegen.

 

RAAls nächstes kam die Formation Ra, die ich noch aus Urzeiten kenne, an den Start. So weit ich weiß, ist lediglich Drummer Karsten Drexler vom Original Line-Up übriggeblieben. Auch jetzt wurde die Stimmung nur knapp besser, weil einfach das Publikum fehlte. Fronter Patrick Ilic gab sich ordentlich Mühe, aber meines Erachtens ist er nicht der richtige Sänger für die Mannschaft. Seine gesangliche Spannweite ist recht begrenzt, was er aber streckenweise mit seiner Performance und Energie kaschieren kann. Schlagzeuger Karsten ist das Zugpferd in dem Act, der am meisten heraussticht. Sein treibendes Spiel gibt den Kompositionen den nötigen Drive. Basser Ralph Rösch ist recht solide und Gitarrist Adrian Rosa hat, was die Soli betrifft, ein filigranes Händchen. Dennoch singt die Tracks bar jeden Überfliegers. Schade.

 

Lark - TextLark kommen aus Polen und touren hierzulande gerade, um ihr selbstproduziertes Album „Nameless Void“ zu promoten. Sie spielen einen schwierigen Mix aus Alternative-Sounds, Rock, etwas Grunge und einem Hauch von Goth-Rock. Da man uns bislang nur zum Konzert eingeladen hat und mit der Bemusterung der CD nicht nachgekommen ist, waren die Lieder natürlich völlig unbekannt. Ich wage es kaum zu sagen, aber jetzt waren wirklich nur noch ein Handvoll Zuschauer anwesend. Viel habe ich vorab von energiegeladener Show und Bühnenreife gelesen, aber für den heutigen Abend werden sie keinen Blumentopf gewinnen. Richtig aktiv war nur ihr Sänger, aber ich konnte viele Bewegungen nicht nachvollziehen. Die Musik selbst kam für mich sehr sperrig rüber und es schien, dass man sich beim Komponieren oft nicht einigen konnte, wohin die Reise musikalisch gehen sollte. Da werden die Jungs noch hart ackern müssen, um in Deutschland Fuß zu fassen.



Autor: Steve Burdelak - Pics: Steve Burdelak