YES - AURORA


Label:INSIDE OUT
Jahr:2026
Running Time:59:28
Kategorie: Neuerscheinung
 

Yes zählen zu den Mitbegründern des Progressive Rock der Siebziger und sind tatsächlich bis heute immer noch aktiv. „Aurora“, das neue Werk, ist bereits das vierundzwanzigste Album der Engländer. Wie schon auf den letzten beiden Releases, hat man auch hier wieder mit einem echten Orchester zusammengearbeitet, sodass alles schön natürlich daherkommt und nicht wie aus der Retorte klingt. Was mich positiv überrascht, ist, dass Yes wieder deutlich epischer und progressiver sind als zuletzt. Die meisten Songs sind mit Spielzeiten zwischen fünf und dreizehn Minuten wieder recht lang, und es passiert dementsprechend viel. Gitarrist und Sänger Jon Anderson ist das einzige von ganz früher verbliebene Mitglied. Somit ist aber immerhin das Markenzeichen der Band erhalten geblieben, das den Wiedererkennungswert der Formation darstellt. Aber auch mit Tastenmann Geoff Downs (ex-Asia), der von 1980 bis 1981 schon einmal bei Yes war, ist seit 2011 wieder ein alter Bekannter mit an Bord.

Das Opus, welches mir im Download mit zwei Bonustracks vorliegt, klingt schön verträumt und kommt wie aus einem Guss. Wer sich mit den frickeligen Veröffentlichungen der Siebziger Jahre schwertut, dem darf ich Entwarnung geben: Hier wird zwar hörbar auf hohem Niveau gezockt, die Kirche wird aber im Dorf gelassen. Hier bleibt alles eingängig und nachvollziehbar, auch wenn der Teufel sicherlich im Detail steckt. Höhepunkt ist natürlich das dreizehn-minütige, in vier Parts aufgeteilte Epos „Countermovement“, bei dem sich die Gruppe in einen Rausch spielt. Ein bisschen kitschig klingen die hohen und mehrstimmigen Gesangspassagen schon manchmal, aber das war eigentlich schon immer so. Für die alten Progressive-Fans der Band klingt „Aurora“ unterm Strich vielleicht etwas zu glatt gebügelt. Dennoch sind Yes heute längst nicht mehr so poppig und egal wie zunächst befürchtet. Kein Pflichtkauf, aber ein gut gemachtes, solides Werk mit einem gewohnt sehr schönen Fantasy-Artwork von Roger und Freyja Dean, das auch den Kauf der Vinyl-Version würdigt!

Note: 7.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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