CREMATORY - GREATEST HITS: ENGLISH HYMNS & DEUTSCHE HYMNEN


Label:ROAR! ROCK OF ANGELS
Jahr:2026
Running Time:169:33
Kategorie: Compilation
 

Zum 35-jährigen Jubiläum hauen Crematory, die wohl erste deutsche Gothic Death-Metal-Band überhaupt, eine umfangreiche Compilation raus, die es in sich hat. Denn immerhin haben sie seit der Gründung im Jahr 1991 stolze siebzehn Studio-Alben veröffentlicht. Man musste eigentlich nie länger als zwei Jahre auf ein neues Album warten. Es wurde nie großartig pausiert. Da kommt schon einiges zusammen. So bietet diese Box eine gute Übersicht, vor allem dann, wenn der geneigte Sammler nicht mal eben so alle CDs zusammenbekommt. Aufgeteilt wurde hier – wie der Albumtitel schon verrät – in zwei Teile: Es gibt zunächst zwei Silberlinge mit jeweils siebzehn Titeln: Die erste CD beinhaltet ausschließlich englische und CD 2 deutsche Songs. Eine gute Idee mit Konzept! Eine dritte CD ist auch noch im Package mit dabei, aber dazu später mehr. Leider sind hier nicht alle Alben berücksichtigt. So fehlt leider etwas vom „Infinity“-Album von 2010, welches für mich die letzte richtig starke Crematory war. Zumindest der Titeltrack, aber auch Songs wie „Where Are You Now?“, „A Story About…“ oder „No One Knows“ wären hier geil gewesen, weil sie für Crematory ungewohnt heavy waren!

Auch das 2018er Werk „Oblivion“ wurde nicht berücksichtigt. Hiervon hätte ich gerne den Doublebass-Ohrwurm „Salvation“ drauf gehabt, zu dem es sogar einen Videoclip gab. Aber das sieht bei einer solch umfangreichen Diskografie wahrscheinlich eh jeder Fan ein bisschen anders. Geschmäcker sind halt verschieden. Ich hätte zum Beispiel auch gerne „I Never Die“ von „Act Seven“ drauf gehabt. Aber die Hits wie „Shadows Of Mine“, „Fly“, „The Fallen“ oder das stampfende „Greed“ sind natürlich alle dabei. Bei der deutschen CD gibt es für mich dagegen ein paar Abstriche mehr. „Ist Es Wahr?“ ist vermutlich unverzichtbar, weil es ihre erste deutschsprachige Single war. Ein Song des „Crematory“-Albums hätte mir eigentlich gereicht, stattdessen ist mit „Ewigkeit“ noch ein zweiter mit dabei. Es gibt auch eine deutsche Version von „Tears Of Time“ („Tränen Der Zeit“). Aber gerade zum Schluss der CD wird es doch zunehmend elektronischer und textlich auch etwas stumpfsinniger („Kommt Näher“, „Virus“). Dafür hätte ich eher Songs von der „Klagebilder“ gehört, wie „Die Abrechnung“, „Warum?“ oder „Nie Wieder“, die deutsche Texte enthielten, bei der ich mal keinen Fremdscham (nicht nur auf Crematory bezogen!) empfand, sondern mit denen ich mich damals sogar sehr gut persönlich identifizieren konnte.

Was schön ist, ist die Tatsache, dass alle Songs chronologisch vom ältesten („Transmigration“, 1993) bis zum neusten Album („Destination“, 2025) angeordnet sind und man so die musikalische Entwicklung zum rohen Death Metal über Gothic- und modernere Elemente bis hin zu mehr elektronischer Ausrichtung gut nachempfinden kann. Außerdem gibt es noch vier neue Songs obendrauf (zwei englische auf CD1 und zwei deutsche auf CD 2). Als Bonus für die ewig gestrigen Nörgler (denn da gibt es gerade bei Crematory mittlerweile einige…) gibt es dann noch das nun „Engulfed In Darkness“ (und 1992 schlicht „Crematory“) betitelte Demotape für die Fans der ersten Stunde auf CD 3, das noch unkitschigen Doom-/Death Metal mit wenig Keyboards enthielt. Auf Coversongs (The Sisters Of Mercy, Metallica, Depeche Mode) und nervige Remixe, die es ja auch zahlreich gab, wurde hier verzichtet und nur auf reguläre Stücke gesetzt. Allerdings sollte man bei dieser Compilation eher zu der CD-Version greifen, da bei der Vinylversion (die dennoch eine Doppel-LP geworden ist) die Hälfte der Songs fehlt… Das Demo ist da auch nicht dabei. Insgesamt aber eine tolle Übersicht über das vielfältige Schaffen der Band für die Allgemeinbildung!

 

Note: Keine Wertung
Autor: Daniel Müller


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