ROCK HARD FESTIVAL

Gelsenkirchen, Amphitheater, 22.-24.05.2025

Rock Hard Festival - Index - live - 2026Die erste Anreise geschah mal wieder über Stunden mit unseren öffentlichen Verkehrsmitteln. Schön ist das Schwelgen in Erinnerungen, wo man vielleicht 50 Minuten von Dortmund bis zum Festivalgelände brauchte. Auf der Autobahn hatten aber wohl auch viele Leute Probleme. Der ganze Umbau des Geländes irritierte mich auch zusehends. Zumal man sich lokal auch hätte mehr Mühe geben können, um die Barrierefreiheit mal etwas toller für die Rollis zu gestalten. Das Wetter war in diesem Jahr prächtig, aber die Arena war noch nicht wirklich gefüllt mit Leuten. Mehrere Freunde erkannten mich bereits am Gegröle.

Rock Hard Festival - Armored Saint - live - 2026Aus oberen Rängen betrachtete ich mit einem neu dazugewonnenen Vampirklan Coroner, die volles Brett gaben und auch noch laut in unseren Rängen erschallten. Neu war für mich Daniel Stössel am Backgroundgesang und den Keyboards. Den sah man ja auch von oben rechts nicht. Sehr witzig, dass dann am Ende des Sets viel Spaß mit Amon Amarth gewünscht wurde. Wir gingen dann für Photos runter, und hörten John Bush lauthals beim Einsingen hinter dem Vorhang. Krass! Beim ersten Headliner des Festivals, Armored Saint, ging dieser sogar mal in die Menge zum Singen.

Rock Hard Festival - Paradise Lost - live - 2026Am zweiten Tag fingen wir mit Ambush aus Schweden an. Ein schöner Trip in die Achtziger in Spandex und einer geballten Ladung an Falsettgesang. Dazu noch synchrone Bewegungen der Saiteninstrumentalisten. Daraufhin kam die Kontroverse mit der Punkband Slime. Politische Ansagen wie 'Fuck AfD' und ein Spruch in Richtung Publikum, das alle schwarz angezogen und sowieso Satanisten seien. Musikalisch sicher bei einigen angekommen, aber muss sowas wirklich auf einem Metal-Festival sein? Zum Glück haben's dann Dark Tranquillity und der Headliner Paradise Lost, die mal einen wirklich guten Tag hatten, wieder rausgerissen. Viele maulen ja immer über Nick Holmes' Gesang, aber ich kann mir die Band kaum mit jemand anders vorstellen und Gitarrist Aaron Aedy ging mal wieder in den Tanzmodus auf der Bühne.

Rock Hard Festival - Gus G. And Ronnie Romero - live - 2026Das frühe Aufstehen am dritten Tag hat sich gelohnt, denn die Australier The Neptune Power Federation bestachen mal wieder mit einer tollen Bühnenpräsenz und einem theatralischen Outfit der Frontfrau. Dazu noch eine Coverversion von „Metal Health" (Quiet Riot) am Ende des Sets. Da war das Publikum schon fast besser drauf als bei den Headlinern der Vortage. Aber dieser Tag brachte so einiges an alten Legenden zutage. Gus G. & Ronnie Romero waren natürlich Wahnsinn und spielten Klassiker wie „Highway Star", „War Pigs", „Mob Rules" oder „Bark At The Moon"; eine Ansammlung von Hits dieser zwei Ausnahmemusiker.

Rock Hard Festival - Lucifer - live - 2026Das Highlight des Festivals stand mir mit Lucifer bevor. Drei Frauen rockten richtig ab, und am femininsten wirkte der Gitarrist. Dabei die Bassistin Claudia González Díaz aus Barcelona, die mit ihren Bewegungen und der Wahnsinns-Performance wie ein weiblicher Glenn Hughes wirkte.

Rock Hard Festival - Uli Jon Roth - live - 2026Dann folgte die Legende Uli Jon Roth, der das alte „Virgin Killer" der Scorpions brillant performte. Dazu sang er mal selbst, hauptsächlich aber der Bassist, dazu noch eine Backgroundsängerin. Natürlich geniale Gitarrenarbeit aus der Hippiezeit und als letzter Song die Hommage „All Along The Watchtower". Der Legende wurde auch mit Standing Ovations gehuldigt.

Rock Hard - Mikkey Dee - live - 2026Ähnlich genial ging es mit Mikkey Dee und seinem Motörhead-Set weiter. Zumindest hatte sich der Sänger des Bartstils von Lemmy angepasst. Stimmlich war noch Luft nach oben. So gelangen ihm einige Songs authentisch, andere wiederum nicht. Dafür prügelte Mikkey wie ein Wilder auf die Drums, und auch selten gespielte Songs wie „Sacrifice" erfreuten die lechzende Horde. Genau dort wäre mehr 'Sack' beim Gesang drin gewesen.

Rock Hard Festival - Saxon - live - 2026Headliner Saxon war natürlich mal ein echter Headliner im Gegensatz zu den Vortagen. Eine Bank, die noch immer zu den Großen des Arena Rock gehören. Dazu noch ein Joint Venture mit Uli Jon Roth zu „Denim & Leather". Der Sonntag war definitiv der beste Tag des Festivals, aber Stimmung, Security und Publikum wie immer genial. Ich weiß nur nicht, was der Buschfunk eigentlich jedes Jahr das Ende prophezeit, wenn doch gerade mal umgebaut wurde?!?



Autor: David Ivanov - Pics: David Ivanov