LOST SOCIETY - HELL IS A STATE OF MIND

| Label: | NUCLEAR BLAST |
| Jahr: | 2026 |
| Running Time: | 38:08 |
| Kategorie: |
Neuerscheinung |
Als ich den Finnen von Lost Society das erste Mal lauschen durfte, da musizierten die Herren noch in Thrash Metal-Gefilden. Ja, genau! Die erste Rezension, die ich der der Band aus Jyväskylä angedeihen ließ, das war noch zu „Fast Loud Death“-Zeiten im Jahre 2013. Was da genau passiert ist zwischen der dritten Scheibe „Braindead“ und Langrille Nummer vier, „No Absolution“, weiß ich zwar nicht, aber die Band ging weg vom reinen Thrash und hin zum Modern Metal, der irgendwo zwischen Killswitch Engage, Linkin Park und Bring Me The Horizon seinen Platz sucht. Versteht mich nicht falsch: die Jungs sind durch die Bank verdammt fähige Musiker, ich kann bloß diese Art von Abkehr nicht nachvollziehen. Thrash Metal ist für mich unter anderem die ehrlichste Art und Weise, gleichzeitig hart zu rocken und der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, und diese Art des modernen Poppigen Metal, der klar auf Airplay und Chartplatzierungen abzielt, ist so ziemlich das 666-prozentige Gegenteil davon. Popmusik ist ein Teil dieser Welt. und es ist klar, dass auch im dortigen Genre fähige und ehrliche Menschen ihre Musik machen, aber das Branding „Pop“ ist ähnlich wie Krieg, Kapitalismus und alles sonstig schlechte zur Gänze negativ konnotiert.
So hat „Hell Is A State Of Mind“ auch den typischen Pop Track „Synthetic“, der gestandene Metaller sogar im sitzen fast dazu bringt, das Album an der Stelle zu stoppen und die Scheibe an der nächsten Wand ihrem unrühmlichen Ende zuzuführen. Natürlich kommt danach die Ballade „Is This What You Wanted“, nicht übel, aber natürlich hat das Ganze weiterhin den Beigeschmack der Berechnung. Der Orchesterpart im Hintergrund von „Làppel Du Vide“ ist zumindest stark an einen Teil des Soundtracks der „Saw“-Reihe angelehnt, was auch nicht von ungefähr kommt. Ich meine hier auch recht viel old school Avenged Sevenfold und etwas Disturbed herauszuhören, wobei ich ungern zugebe, dass das die stärkeren Momente der Scheibe sind, und auch die beiden vorher genannten Bands zeigen, wie das Ganze ansprechend gemacht wird. Das Album als durchwachsen zu bezeichnen, scheint schon fast redundant, da die ganze Review im Prinzip schon andeutet, wie widersprüchlich der ganze Vibe hier ist. Ist „Hell is A State Of Mind“ ein schlechtes Album? Nein, mitnichten, und das schon, weil die Musiker dafür zu gekonnt agieren. Was immer wieder auffällt, ist die Richtungslosigkeit und der offensichtliche Drang, weiterhin zu experimentieren.. Das muss nicht zwingend etwas schlechtes sein, aber irgendwann sollte den Jungs klar sein, wohin sie wollen.
Note: 7 von 10 Punkten
Autor: Dennis Eikenkötter











































