CANDELABRUM - LACRIMA CHRISTII

| Label: | ROMANTIC SONGS |
| Jahr: | 2026 |
| Running Time: | 48:17 |
| Kategorie: |
Neuerscheinung Import |
Das portugiesisch-russische Duo Sacerdos Magus (Gesang, Samples und Effekte) und Norberk (Gitarre, Bass, Drumcomputer und Produktion) ist seit Jahren sehr produktiv und nimmt einen Tonträger nach dem anderen auf. Normalerweise beschränkt sich dies auf das Ambient Black Metal-Projekt Antiquus Scriptum. Ein paar Ausflüge, die nicht ins Konzept passen, werden aber auch anderweitig verwertet. So sprang hier ein Gothic-/Doom-/Death Metal-Album heraus, das ganz im Zeichen der Neunziger Jahre steht. Es ist das Debüt-Album von Candelabrum (nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Black Metaller, die ebenfalls aus Portugal kommen!) und liegt mir als Import im Digipack vor.
Streng genommen, könnte es sich hier nur um eine EP handeln, denn es gibt eigentlich nur drei eigene Songs. Insgesamt werden aber elf Tracks angezeigt. Es gibt - immer im Wechsel – ein Intro beziehungsweise Intermezzo und einen „richtigen“ Song im Wechsel. Zum Schluss gibt es vier Coversongs, die aber sehr eigenwillig vorgetragen werden. So wird im My Dying Bride-Cover „Like Gods Of The Sun“ - im Gegensatz zum Original – in den Strophen gegrowlt und auf den weinerlichen Klargesang verzichtet. „Mirror, Mirror“ von Candlemass wird zum einem Intro umfunktioniert, Bei dem Katatonia-Cover „Midwinter Gates / Without God“ wird nach einem schönen Akustik-Intro die Death-/Doom-Dampfwalze ausgepackt. Und das ebenfalls von Katatonia stammende „Elohim Meth“ dient als Outro des Albums.
Und die Zwischenstücke? Die bilden schaurig-schöne Klangcollagen, die als Hintergrunduntermalung für Horrorfilme dienen könnten. Es gibt Wind- und Regengeräusche, kreischende Frauen, Hundegebell, Wolfsgeheul, sakrale Mönchschöre, knarrende Türen, diabolisches Gelächter und alles, was dazu gehört. Oft werden bei den Songs melancholische Pianoklänge verwendet, die für eine düstere und atmosphärische Untermalung sorgen. Die Gitarren klingen furztrocken und die Produktion etwas demomäßig, was Candelabrum wie eine Mischung aus ganz alten Paradise Lost, My Dying Bride, Katatonia, Mourning Beloveth oder Novembers Doom als Underground-Variante erscheinen lassen. Sehr stimmungsvoll und voller guter Ideen!
Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller











































