KRACHMAKERS - PLUVIOPHIL

| Label: | SELBSTVERTRIEB |
| Jahr: | 2026 |
| Running Time: | 9:14 |
| Kategorie: |
Neuerscheinung |
Die Krachmakers, eine Punk-Band aus Wetzlar, gründeten sich bereits 1989, waren aber zunächst nur bis 1991 aktiv. Bis auf ein paar Demo-Aufnahmen ist aber nichts passiert. Gerüchteweise haben sie ihre Instrumente nie wieder angerührt, bis es schließlich im November 2016 zur Reunion in Originalbesetzung kam. Seitdem haben sie vier Singles auf Vinyl rausgebracht. Auf ein Album haben sie bislang verzichtet. Der Posten hinterm Schlagzeug ist nach wie vor vakant und wurde wieder einmal neu besetzt. Ansonsten bleibt aber alles beim Alten. Die 7“ enthält drei Songs, zwei neue und eine Neueinspielung eines alten Demotracks. Ich kenne die alte Version nicht, habe also keinen Vergleich, aber alle drei Stücke klingen so, wie man die Band kennt, und alles kommt wie aus einem Guss. Die Songs sind bewusst primitiv gehalten und erfüllen alle meine Erwartungen an eine echte Punk-Band: simpel, voll auf den Punkt, gesellschaftskritisch und Anti-Kommerz! Das ist nicht massentauglich wie der übliche Kiddie-Punk aus den Charts. Auch Die Ärzte-, Die Toten Hosen- oder Wizo-Fans werden hier nicht bedient.
Punk wollte in seinem Ursprung niemals für die große Masse bestimmt sein. Und das zeigen die Krachmakers hier eindrucksvoll. Hier steht klar der Spaß im Vordergrund. Dennoch zeigt die Band Attitude. Mehr als drei Akkorde sind verpönt, es muss nicht jeder Schlag auf Klick sitzen, und auch der raue Gesang, der einen starken Oi-Einfluss zeigt, ist sicher nicht jedermanns Sache. Das ist den Hessen aber natürlich scheißegal! Das Schnecken-Maskottchen ist auf dem Artwork von „SAN“ natürlich auch wieder dabei. Und auch das Vinyl ist wieder farbig, dieses Mal in blau, passend zum Regen und der riesigen Pfütze, die auf dem Cover zu sehen sind. Was auf typisch Punk ist und sich gegen die Massentauglichkeit richtet, ist die Limitierung: Gab es von den ersten beiden 7“´s „Krachmakers“ (2019) und „Inspektor Hagen“ (2022) noch zweihundert Einheiten, sind es bei den letzten Singles „Internet Doktor“ (2024) und eben „Pluviophil“ (2026) nur noch 123 Exemplare. Wer auf alten Deutsch Punk wie Slime oder Abwärts steht, der kann sich das schöne Sammlerstück gerne ins heimische Regal stellen.
Note: Keine Wertung
Autor: Daniel Müller











































