LYNX - TRINITY OF SUNS

| Label: | DYING VICTIMS |
| Jahr: | 2026 |
| Running Time: | 39:13 |
| Kategorie: |
Neuerscheinung |
Es gibt Neues im Bereich Vintage Rocksounds der 70er Jahre. Im Stile von Bands wie Blue Oyster Cult, Thin Lizzy oder auch Rush. Dem haben sich Lynx verschrieben. Eine Band aus Gießen, die erst 2020 gegründet wurde und nun mit „Trinity Of Suns“ ihr zweites Album herausbringt. Der ursprüngliche Sänger Marvin Kiefer ist nicht mehr dabei, dafür mit Amy Zine eine Dame am Mikrofon, die nun hauptsächlich für die Vocals verantwortlich zeichnet. Dabei aber immer mal wieder auf männlichen Gesang durch Gitarrist Ioannis Athanasiadis als Beistand zurückgreift. Herausgekommen sind sieben teils folkige Songs, die man durchaus als anmutig und oft betörend bezeichnen kann. Das fällt sofort beim Opener „Voyager“ auf, bei dem Amy mit toller und beseelter Stimme die Hörerschaft verzaubert. Die Gitarren werden nie zu hart angeschlagen, sondern glänzen mehr mit Melodien alter Prägung, die man als schöne Rückbesinnung auf die glorreichen 70er Jahre bezeichnen kann.
Dabei klingen Lynx aber nie zu altbacken, sondern hübschen ihre Tracks immer mal mit aktuellen Klang auf. Die männlichen Vocals stehen dabei ungleich rauer Pate und bilden einen guten Gegenpol zur doch eher warmen Voice von Amy. War der Opener mit siebeneinhalb Minuten schon recht lang, so legt der Abschlusstrack „Island Universe“ mit über acht Minuten noch einen drauf. Immer wieder neigt man dazu, sich ans Lagerfeuer zu setzen, wenn verklärte Synthesizer-Klänge ertönen oder wie beim kurzen „Parhelia Interlude“ massiv der Akustik-Gitarre gefrönt wird. Doch es wird zwischendurch auch immer mal wunderbar gerockt, was dann ziemlich an die rockige Frühphase von Rush oder auch Triumph erinnert.
„Oppressive Season“, „Trinity Of Suns“ oder „Seven Days Of Darkness“…es drängt sich hier kein Stück direkt in den Vordergrund, sondern man erlebt das Album als Einheit und durchgehendes Opiat. Ja, man kann das Album von Lynx durchaus als berauschend bezeichnen. Wer also auf 70er Jahre Sound mit Keyboards und weiblicher Stimme steht, ist bei Lynx goldrichtig. Das folkige Element ergänzt die Musik der Gießener adäquat und auch der geneigte Rocker kommt auf seine Vintage-Kosten. Zeitlose Songs, die dem modernen Menschen sicherlich auch musikalischen Mut abverlangt. Weiß zu gefallen.
Note: 7.5 von 10 Punkten
Autor: Erich Robbers











































