SIX FEET UNDER - NEXT TO DIE


Label:METAL BLADE
Jahr:2026
Running Time:47:50
Kategorie: Neuerscheinung
 

Ist schon geil, wenn man gleich beim ersten Anschlag der Gitarre Altmeister Jack Owen heraushört, der nach seinem Schaffen bei Deicide ins Boot seines alten Sängers Chris Barnes zurückgekehrt ist und hier bereits das dritte Album abliefert, ohne den Charme von Six Feet Under auf ihrem insgesamt fünfzehnten Release zu verlieren. Somit sind zumindest geile Soli prädestiniert, die auf den Frühwerken eher weniger Beachtung fanden. Die neue Scheibe beginnt erst schleppend und mit gewohnt bedrohlicher Atmosphäre, wobei Mister Barnes´ Growling noch immer ultratief zum Death Metal erklingt. Dann geht es fixer weiter und das Gitarrenspiel des Hauptsongwriters entpuppt sich oftmals als dunkle Sinfonie zu Texten, die sich wie üblich um horrorfilmähnliche Themen und Phantasien drehen.

Ich finde ja nicht schlecht, dass es praktisch zwei Cannibal Corpse gibt, wobei die Namensträger natürlich auch mit dem genialen Bassisten Alex Webster andere Akzente setzen. Es gibt auch mal eine zackige, unter Drei-Minuten-Nummer mit „Mister Blood And Guts“, die gut ins Ohr geht. Bei Songs wie „Wrath And Terror Takes Control“ hat man mal wieder die perfekte Symbiose aus Geknüppel und Groove. Der Übergang zu „Skin Coffins“ ist etwas eigenartig, aber das kennt man ja auch noch aus alten Cannibal Corpse-Tagen. Dafür merkt man hier ein wenig Punk/Hardcore-Einfluss.

„Mind Hell“ treibt mal wieder nach vorne und auch der Titeltrack überzeugt, aber es ist gerade acht Uhr morgens und ich will meine Nachbarn nicht mit der Lautstärke töten. Zumindest noch nicht. Mit der letzten Nummer, „Ill Wishes“, wird es abschließend noch etwas dystopischer und sie fängt akustisch mit fast geflüstertem Gesang an, was dem gewohnten Death-Metal-Hörer befremdlich erscheinen wird, aber das Werk hat schon genug Eier fürs Todesblei-Herz und außerdem hat der Song ja auch Doublebass-Parts.

Note: 9.5 von 10 Punkten
Autor: David Ivanov


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