Immer unterwegs im Namen des Rock’n’Rolls! Heute geht es zu einer Band, die ich mir unbedingt mal live erleben möchte. Dort sitzt nämlich ein Androide am Schlagzeug, das muss ich einfach sehen. Und so geht es ins beschauliche Städtchen Weert in den Niederlanden, zu einem meiner favorisierten Clubs, das De Bosuil. Nun es ist ein Donnerstag und die Konzertgänger sind dort recht spärlich. Wie in vielen Ländern gehen die Leute fast nur am Wochenende raus, ganz anders als in Deutschland. Man hört es ja immer wieder, wenn Bands aus Übersee oder sonst woher hier spielen und total erstaunt sind, wenn unter der Woche die Halle voll ist. Vor Ort treffe ich noch einen Bekannten aus den Niederlanden, der die Show mit vier Videokameras gleichzeitig aufzeichnen will. Aber jetzt erst mal ein Kaltgetränk, bevor es dann losgeht.
Jetzt ertönt schon das Intro der Supportband October Changes aus Belgien. Diese Kapelle habe ich bereits mehrfach live gesehen, unter anderem auf dem Metal Babes Festival in Bree und muss sagen, dass sie sich stetig weiterentwickeln. Wenn auch heute Abend einiges an Effekten vom Band kommt, was wohl dem aktuellen Album geschuldet ist, welches sie derzeit promoten. Nach eigener Angabe spielen sie „Electromelodic Metal“ und ihre Musik kombiniert moderne Industrial- und Progressive-Metal-Elemente mit symphonischen Klängen und elektronischen Beats. Sängerin Lhana ist seit 2022 dabei und hat ihre anfängliche Schüchternheit abgelegt und bietet eine gute Performance. Die aktuelle Besetzung besteht aus Luk Michels an der Rhythmusgitarre, Bert Lempens an der Leadgitarre sowie Wesley Marivoet am Schlagzeug und der Elektronik. Einen Bassisten hat die Formation nicht, dafür eben Front Lady Lhana. Recht mutig versucht man sich auch an einer Coverversion des Klassikers „Zombie“ von The Cranberries. Ein kleines Manko ist aber, die teilweise recht langen Pausen zwischen den Songs, hier wäre ein wenig Small Talk zum Überbrücken, seitens der Band nicht schlecht gewesen. Naja und die Nebelmaschine muss auch nicht auf Höchstleistung laufen, ein immer wiederkehrendes Übel. Ansonsten ein netter Auftritt, der beim Publikum gut angekommen ist.
Setlist: Intro, Rebellion, Lost Utopia, Feral, Sleeping Beauty, Bete, Jasmine, Haven, Zombie, Amor Fati, Shutter
Der Umbau läuft zügig und das Schlagzeugpodest mit dem Androiden, wird in Stellung gebracht, bevor das Kollege Roboter das Intro und die Einleitung für Les Projets d’Athena spricht. Die beiden Protagonisten, der im Jahr 2024 gegründeten französischen Band, Athéna (Audrey Berset) am Gesang und der Technologist (Antoine Leboisselier) zuständig für Gitarre, Samples und Komposition, legen kräftig los und präsentieren der staunenden Menge ihren experimentellen Sound, der harte Metal-Riffs mit elektronischen Elementen und industriellen Klängen kombiniert.
Dazu röhrt Athena im schönsten Growl Modus und fegt unentwegt über die Bühne. Der eigentliche Star ist allerdings Droide Hades (HADES-06) am Schlagzeug, der auch immer wieder seinen Senf dazu gibt. Das hat schon etwas Besonderes, denn der Gegensatz zwischen Menschen und Maschine ist ein wiederkehrendes Thema, nicht nur in der Popkultur. Und Les Projets d'Athena erzählt genau diese Geschichte. Auch wenn hier wieder genebelt wird bis der Arzt kommt, es passt aber diesmal schon gut zur Thematik. Zum Fotografieren allerdings eher suboptimal. Die Show kommt sehr gut an beim Publikum, teilweise mit ungläubigem Erstaunen stellt man fest, dass da keiner im Kostüm sitzt, sondern tatsächlich eine Maschine trommelt. Der Unterhaltungswert ist hoch und auch die beiden menschlichen Wesen auf der Bühne haben sichtlich Spaß.
So geht die Show sehr schnell vorbei und man hat durchaus Appetit auf mehr. Zum Abschluss bittet Antoine die Fans auf die Bühne, um sich Kollegen Hades 06 mal näher ansehen zu können. Er hat die Maschine selbst entwickelt und programmiert und darf sie daher auch zum Aufbau jedes Mal auf die Bühne tragen. Schon äußerst interessant, sowas bekommt man nicht alle Tage geboten. In der Zwischenzeit ist die Dame der Truppe schon unbemerkt an den Merchandise Stand gegangen und steht dort für ein nettes Gespräch und natürlich den Verkauf von Shirts, CDs und dergleichen bereit. Wirklich nette Menschen, die ich mir bestimmt noch einmal ansehen werde.
Setlist: Intro, Owl Totem, Celeste, Quantum Shadow, Psychobotic, Chicxulub, Thought And Memory, Change Your Habit, Alter Ego, Boundaries, Outro











































