MOTÖRHEAD – EINE BIOGRAFIE - von Frank Schäfer


Label:SUHRKAMP
Jahr:2026
Running Time:261 Seiten
Kategorie: Neuerscheinung
 

Frank Schäfer ist seit vielen Jahren Literatur- und Musikkritiker für Hard Rock und Heavy Metal. Im Rolling Stone und im Rock Hard hat er eine eigene Kolumne. Von ihm stammt auch das Buch Wie Der Heavy Metal Nach Deutschland Kam” aus dem Jahr 2022. Nun widmet er Motörhead ihre erste offizielle Biografie. Ich hätte nicht gedacht, dass es die erste ist und dass es so lange dauern musste. Aber na ja... Kommen wir zum Buch selbst: Schäfer ist insgesamt sehr sicher, wenn es um Konzertdaten und Chartnotierungen geht. Aber mich stören hier leider auch sehr viele Dinge: Der Anfang, bis Lemmy endlich seine erste richtige Band hat, zieht sich sehr. Ab 1991 bis zum Schluss geht es dann aber rasend schnell. Er scheint, bis auf „Overkill", Ace Of Spades” und 1916", kein Motörhead-Album komplett zu mögen. Er nimmt jedes Album sehr kritisch auseinander. Dadurch bekomme ich auch nicht immer Bock, die gerade besprochenen Releases zu hören, was ich sonst immer bei solchen Büchern habe, auch wenn mir die Musik der Formation, um die es geht, vielleicht mal nicht so zusagt. Das ist sehr schade!

Wenn man Lemmys Autobiografie White Line Fever” kennt, fehlt hier auch einiges Hintergrundwissen, dass man als Fan, wie ich es bin, gerne ergänzt gesehen hätte. Was aber immer einen negativen Nachgeschmack hinterlässt, ist die Tatsache, dass er jedem Anhänger eigentlich die viel zitierte rosarote Brille abnimmt. Lemmy wird nicht als der große Rockstar gefeiert, sondern es wird immer wieder knallhart vorgeführt, wie streng Lemmy mit seinen Mitmusikern umgeht und wie schlecht es ihm gesundheitlich geht. Gerade zum Schluss von Lemmys Leben nimmt er kein Blatt vor den Mund und kann den lesenden Fan schon mal vor Mitleid die Tränen in die Augen treiben. Gut dagegen ist die Auflistung aller Studio- und Live-Veröffentlichungen am Schluss, um dem geneigten Sammler eine ordentliche Übersicht über das Schaffen zu geben. Ich bin insgesamt etwas zwiegespalten. Natürlich gehört die Biografie in jede vernünftige Motörhead-Sammlung. Und vielleicht würde ich positiver über dieses Werk reden, wenn ich „White Line Fever” nicht gelesen hätte, aber insgesamt hatte ich mir persönlich mehr davon versprochen. 

Note: Keine Wertung
Autor: Daniel Müller


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