
Vor der Show war ein riesiger Fernseher zu sehen, auf dem ein paar eigenartige Reels zu sehen waren, unter anderem so ein schräg singender Inder, der „It's My Life" von Bon Jovi verhunzte; irgendwie eine Mischung aus YouTube und altem DDR-Fernsehen. Ein gigantisches Backdrop füllte die Rückwand der Bühne der meisten Band der Welt, und übrigens waren die Merchpreise auch noch fair. Muss man ja heutzutage leider extra erwähnen. In den vordersten Reihen auch mein Kumpel Thomas von Dr. Death, aber sonst wunderte mich auch fast die Begeisterung vieler mich umgebender, junger Leute. Damit sind wohl die Zeiten von 'dicke Männer mit Bärten', wie es im später noch vorgetragenen Song „Für Meine Fans" heißt, passé. Zumindest, wenn man von mir absieht, aber das sei wohl verziehen, denn schließlich kenne ich die Band schon, seit mir Alf das erste Demo damals geschickt hat.
Als Intro wurde das schäbige „Jede Zelle Meines Körpers Ist Glücklich" gewählt, aber schließlich sollte ja auch der Spaßfaktor hier nicht zu kurz kommen. Und Knorkator gingen gleich in die vollen und eröffnete mit „Das Unheil" gefolgt von „BRBRBRT“. Natürlich ließ der sich immer mehr entblätternde Sänger Stumpen wieder die Sau auf der Bühne raus, aber bei „Böse" und auch mal öfter dabei grölte Alf-Ator-Sohn Timmy ins Mikro, der sowohl die Band als auch die ausverkaufte Halle begeisterte. Die Ode an den Penis, „Steh auf", durfte nicht fehlen, aber auch das gefühlvolle „Das Loch In Meinem Herzen" sorgte für andächtige Momente unter den Zuschauern. Stumpen interagierte wieder hervorragend mit dem Publikum, forderte zu Spenden für ein Hilfswerk auf und ließ es sich nicht nehmen, seine Tochter Nethi, die auch oft den Lead- und Background-Gesang übernahm, zu preisen. Ihr ebenfalls dort erhältliches Soloalbum „Uncover" kann ich Metal-Fans jedoch nicht empfehlen. Sie hat zwar eine gute Stimme, das Ding wird aber den meisten zu poppig sein. Zwischendurch wurde auch mal eine junge Besucherin zum Stagediven animiert und auch sonst war die Show wieder einmal gewaltig und bot ein gutes Potpourri aus Hits wie „Weg Nach Unten" bis "Ismus". Kurz vor 22 Uhr war's dann zu Ende, und die letzten zwei Songs waren „Wir Werden Alle Sterben", wo die ganze Halle mitsang, und „Zähneputzen, Pullern Und Ab Ins Bett". Der Sound im FZW war astrein (wie eigentlich immer), und eine große blonde Amazone neben mir verleitete auch mich zum Tanzen während der meisten Songs. Es war großartig, die Gesänge waren ein Ohrenschmaus, und es war, zumindest für mich, auch mal toll, deren Kinder in Aktion zu sehen, die ja mittlerweile auch schon groß sind, wo ich doch noch die ganz verrückten Tage mit Gemüsehäcksler oder riesigem Klo auf der Bühne kenne, aber schließlich bringen Gitarrist Buzz Dee und Stumpen mittlerweile 140 Jahre auf den Tacho. Zumindest denke ich, dass die Zuschauer genauso glücklich wie ich nach Hause gegangen sind und jegliche schlechte Laune vertrieben wurde.











































