WAZZARA - ARBOR

| Label: | SELBSTVERTRIEB |
| Jahr: | 2026 |
| Running Time: | 48:30 |
| Kategorie: |
Neuerscheinung |
Wazarra aus der Schweiz sind dem Schreiber wohlbekannt. Zum Debüt „Cycles“ führte ich ein Interview mit Sängerin und Gründerin Barbara Brawand, die das Soloprojekt 2015 ins Leben rief und zunächst Ambient-Klänge fabrizierte. Seit 2020 handelt es sich aber um eine richtige Band mit drei zusätzlichen Musikern. Von der Ambient-Vergangenheit ist nicht mehr viel zu hören. Vielmehr spielt die Band heute Atmospheric Post-Metal. Doomige Lava-Riffs und dezente, melancholische Gitarrenmelodien regieren das Geschehen. Ich hatte das Debüt seinerzeit mit Avatarium verglichen. Das stimmt aber nur noch bedingt. Denn auf „Arbor“ gibt es nicht nur lieblichen Klargesang, sondern auch aggressiven Kreischgesang, der die beklemmende Grundstimmung entscheidend mitprägt.
Manchmal klingen sie wie eine Doom-/Black Metal-Band, aber eben nicht die ganze Zeit. Die Musik klingt verträumt und schafft unheimlich viel Raum. Aber auch Knüppelpassagen, wie zum Beispiel bei „Hollow“, gibt es. Die Musik ist sehr facettenreich. In eine bestimmte Schublade passen Wazzara nicht. Ich höre Anathema, The Gathering oder neuere Amorphis genauso heraus wie Alcest, Tori Amos oder Lorena McKennitt. Das soll aber nicht heißen, dass es hier luschig zugeht. Dem ist nicht so! Hier handelt es sich ohne Zweifel um ein Metal-Album, wenn auch ein sehr beklemmendes und düsteres. Ich bin eigentlich nicht der größte Fan von Atmospheric Black Metal und Shoegaze, kann Wazzara aber eine ganze Menge abgewinnen. Wer innovativen und eigenständigen Düster Metal mag, der sollte hier mal ein Ohr riskieren!
Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller











































