IGORRR, DVNE, THOUGHTCRIMES

Dortmund, FZW, 25.02.2026

igorrrr live2026 1Ein Konzert, auf das ich mich schon sehr lange gefreut habe, stand auf dem Plan. Als wir jedoch um kurz vor 20 Uhr an der Bühne standen, hat bereits, zum Ärger vieler Zuschauer, die erste Band Thoughtcrimes ihren Gig beendet. Und das als eine Nachfolgeband des Drummers der Formation The Dillinger Escape Plan. Weder auf den Programmseiten noch bei den Veranstaltern oder auf Social Media wurde darauf hingewiesen, dass man so zeitig da sein muss, um alles zu sehen. Leider scheint dies mittlerweile bei einigen Gigs Usus zu sein, zieht aber den Groll der Szene auf sich, wenn man die heutigen Ticketpreise bedenkt, die jedoch bei Igorrr noch durchaus im Rahmen waren. 

 

dvne1In der Umbauphase gibt's dann erstmal akustische, aber schnelle Gitarrenmusik und nach einem Line Check und einem ziemlich langen Intro mit orientalischem Flair ging es dann gegen 20:20 Uhr mit Dvne los. Bereits hier gab es ein wenig Elektronikunterstützung und in einem Soundgewand aus Doom Metal ergoss sich Rock der Art Katatonia oder Opeth. Technisch waren die Schotten voll versiert und der präzise Drummer lieferte großartig ab. Songs wie "Necropolis" verliehen dem progressiven Einschlag dabei sogar mal coolen Groove. Dabei wirkte der ebenso rhythmische Gesang fast hypnotisch. Mit einem bombastischen Finale kam die zurecht gefeierte Show zum Ende, wobei der viele Einsatz von Stroboskopen lichtempfindliche Menschen wahrscheinlich in die Fötal-Stellung katapultiert hätte. Es gab gebührende Ovationen der begeisterten Menge. 

 

igorrrr love2026 2Zum Wechsel zu Igorrr kam dann erstmal Pianomusik aus den Boxen. Praktisch die Ruhe vor dem Sturm? Auf jeden Fall! Gegen 21:30 Uhr legten die Franzosen los, hatten ihre tolle Sopranistin neben dem charismatischen und bemalten Frontmann dabei und schnell wurden aktuelle Hits wie "Blastbeat Falafel" gespielt. Das Ganze war gespickt mit vielen Elektronikparts und die gut gefüllte Halle erwachte auch nach und nach bis zur völligen Hingabe in die wirren Songstrukturen. Die Bühne bebte dabei auch vor Energie und der hervorragende Trommler spielte sich in Ekstase, das ich seinen Schrei noch in die vorderen Reihen hören konnte. Mezzosopran Marthe Alexandre sorgte neben den schönen Gesangseinlagen dann auch für optische Theatralik und Performance. So begab man sich auf eine Reise von klassischem Death Metal und Elektrosounds bis hin zu Operneinlagen. Dazu wurde auch das verrückte "Very Noise" gespielt, dass man live sogar noch härter hinbekam, was wohl auch an der martialischen Spielweise des Trommlers gelegen haben muss. igorrr indexUm 22:50 Uhr war es dann leider vorbei und zuvor ließ es sich auch der Sänger nicht nehmen, nochmal an der ersten Reihe zu stehen und zu shouten. Unter frenetischem Jubel wurde die Band dann von ihren Fans gefeiert und schien auch sichtlich angetan von den ehrlichen und positiven Reaktionen. Ich fand die gesamte Performance weder zu aufgesetzt noch langweilig. Gespielt war auch alles hervorragend, was einen eher Respekt zollen lässt bei deren vertrackten Kompositionen.

 



Autor: David Ivanov - Pics: David Ivanov